13.07.2011  12:06 Uhr

Shake your life
Schlimmer geht´s immer – wie sich der innere Tsunami aufhalten lässt

München. Viele Menschen tun sich schwer, konstruktiv mit Gefühlen und Stimmungen – insbesondere „unguten“ Gefühlen wie Angst, Wut, Trauer, Stress, Ohnmacht und Unsicherheit – umzugehen. Stressphasen sind aber leichter zu bewältigen, wenn man überzeugt ist, sie kontrollieren zu können.

Jemand der fähig ist, mit diesen Emotionen umzugehen, bleibt handlungsfähig und kann sein Geschick auch in Krisen positiv beeinflussen.

Nach der Fähigkeit des achtsamen und ungetrübten Blicks auf sich selbst, dem „Selbst-Bewusstsein“, der „Selbst-Verantwortung“, der „Selbst-Akzeptanz“ und der Selbst-Motivation lenkt Ralph Goldschmidt die Aufmerksamkeit im fünften Teil unserer Serie auf die „Selbst-Kontrolle“.

Mittels Selbst-Kontrolle klarer sehen und Krisen zu Scheinriesen degradieren

Ralph Goldschmidt, ist Buchautor und unter anderem Dozent für „Skill-Seminare“ an der Universität zu Köln und der ZfU International Business School in der Schweiz. , Copyright: Ralph Goldschmidt
Ralph Goldschmidt, ist Buchautor und unter anderem Dozent für „Skill-Seminare“ an der Universität zu Köln und der ZfU International Business School in der Schweiz.

Alle Menschen sind ab und zu mit unangenehmen Situationen und Rückschlägen konfrontiert. Sie unterscheiden sich aber darin, wie sie damit umgehen. Natürlich macht es keinen Spaß, „im Loch zu hängen“. Bevor man jedoch zur Tat schreiten kann, kommt es darauf an, die gegenwärtigen Umstände als Startpunkt anzunehmen. Nur wer im aufziehenden Sturm kühles Blut zur Analyse bewahrt, wird in der Lage sein, das Richtige zu tun, wenn das Unwetter zur akuten Bedrohung geworden ist.

Praxistipp: Wie Sie Krisen für sich relativieren und einordnen

Stellen Sie sich eine Situation (in Ihrem Job) vor, die wirklich furchtbar für Sie wäre. Und dann beantworten Sie für sich folgende Fragen.

1. Angenommen, diese Situation würde wirklich eintreffen. Was wären die schlimmsten Folgen, die daraus für Sie entstehen könnten?

2. Mal ganz objektiv und realistisch eingeschätzt: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Situation tatsächlich eintrifft?

3. Und wenn sie doch einträfe: Würden Sie diese Situation – im wahrsten Sinne des Wortes – überleben? Hätten Sie noch ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen?

4. Und was wären dann die ersten ein, zwei oder drei Maßnahmen, die Sie ergreifen würden, um mit dieser Situation fertig zu werden, um da wieder rauszukommen?

5. Beamen Sie sich gedanklich 20 Jahre in die Zukunft, es ist das Jahr 2031, Sie sitzen gemütlich zu Hause in einem Sessel und lassen Ihr bisheriges Leben vor Ihrem geistigen Auge Revue passieren, von Ihren ersten Kindheitserinnerungen bis heute, ins Jahr 2031. Kindergarten, Schule, Zuhause, Freunde, Familie, Jugend, Ausbildung/Studium, Arbeitsleben, Partnerschaft/Ehe, vielleicht Familiengründung, Chefs und Kollegen, die ganzen Projekte, irgendwann dann 2011, als diese Situation eintrat, dann weiter, 2012...2015, 2020...bis heute, 2031. Im Rückblick auf Ihr ganzes Leben bis hierhin: Welchen Stellenwert hatte dann dieses Erlebnis in 2011 für Sie noch?

Meist werden Sie danach feststellen, dass sich die Situation, die Ihnen vorher vielleicht alles beherrschend und bedrohlich erschien, relativiert und für Sie nicht mehr so dramatisch ist.


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Situation
  • Krisen
  • Angst
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  • Gefühlen
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Joujou / pixelio.de
Bild Nr. 2 © Ralph Goldschmidt



 


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