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Arbeitnehmer-Freizügigkeit

Arbeitnehmer-Freizügigkeit als Chance und Herausforderung für Bayern

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht die Arbeitnehmer-Freizügigkeit für Osteuropäer als Chance für die Wirtschaft im Freistaat.

vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zeigte sich am Freitag in München zuversichtlich, "dass Fachkräfte aus Mittel- und Osteuropa zu uns nach Bayern kommen". Im wirtschaftlichen Aufschwung brauche man einen europaweit offenen Arbeitsmarkt. "Für die bayerische Wirtschaft zählt die Kompetenz des Bewerbers", sagte er.

Zugleich forderte Brossardt eine Willkommenskultur und die Anerkennung von ausländischen Berufs- und Studienabschlüssen. Man müsse ausländischen Fachkräften "deutlich zeigen, dass sie in Deutschland und insbesondere im Freistaat gebraucht und gern gesehen werden". Es könne nicht sein, "dass die Bundesregierung seit Jahren über die Anerkennung von Zeugnissen und Zertifikaten diskutiert, ohne zu einer Lösung zu kommen". Das sei "dem europäischen Gedanken nicht zuträglich".

Am 1. Mai tritt für Bürger aus acht osteuropäischen Staaten die volle Freizügigkeit innerhalb der EU in Kraft. Dann können Esten, Letten, Litauer, Polen, Tschechen, Slowaken, Ungarn und Slowenen ebenso selbstverständlich eine Arbeit in Deutschland annehmen wie Franzosen oder Spanier. Bisher brauchten sie eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wohnten und arbeiteten im vergangenen Jahr bereits 425.000 Bürger dieser acht EU-Staaten in Deutschland.

Haderthauer will heimische Potenziale mobilisieren

Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer erklärte, mit der Entscheidung, die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit bis jetzt hinauszuzögern, habe man "das richtige Signal gesetzt". Die "Massenarbeitslosigkeit der vergangenen Jahre" sei erfolgreich bewältigt worden. Umso wichtiger sei es gewesen, "den deutschen Arbeitsmarkt vor einer abrupten Überlastung durch die volle Osterweiterung wirksam zu schützen".

Zwar bringt die Zuwanderung in den Bereich der Niedrigqualifizierten durch die Arbeitnehmer-Freizügigkeit Haderthauer zufolge die Langzeitarbeitslosen unter Druck. Besonders für das produzierende Gewerbe geht die Ministerin aber von positiven Wirkungen aus. Man müsse sich aber "von der Vorstellung verabschieden, dass sich der von manchen beklagte Fachkräftemangel in Luft auflöst".

"Es bleibt unsere wichtigste Aufgabe, konsequent unsere heimischen Potenziale für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren", betonte Haderthauer. Die Arbeitswelt müsse altersgerechter, familiengerechter und migrantengerechter werden. "Hier haben wir noch großen Nachholbedarf", sagte sie.

(dapd-bay)


 


 

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