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Arbeitslosenzahlen

Arbeitslosigkeit in Bayern steigt im Juli leicht an

Anders als in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern in diesem Juli leicht angestiegen. Insgesamt waren 311 207 Menschen ohne Arbeit, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das waren 326 Erwerbslose mehr als noch im Juni. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 4,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage aber weiter deutlich verschlechtert. Im Juli 2008 betrug die Arbeitslosenquote noch 3,8 Prozent. Damals waren 59 394 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als derzeit im Freistaat.

Der Regionaldirektionschef Rainer Bomba betonte dennoch: "Der Arbeitsmarkt erweist sich trotz Wirtschaftskrise als relativ stabil." Bayern habe weiterhin bundesweit die niedrigste Arbeitslosigkeit. "In Bayern gibt es 55 000 unbesetzte Stellen. Unternehmen suchen immer noch branchenspezifisch gut ausgebildete Kräfte", sagte Bomba.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) warnte aber davor, dies als Indiz für ein Ende der Krise zu nehmen: "Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind noch lange nicht über den Berg." Es sei zu früh, um sich beruhigt zurückzulehnen. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) erwartet, dass die Arbeitslosigkeit nach der Sommerpause merklich steigt: "Die wahre Feuerprobe steht uns hier noch bevor."

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, sagte, es sei einem "Kraftakt der bayerischen Unternehmen" zu verdanken, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt hier noch so stabil sei. Ein Ende des wirtschaftlichen Abschwungs sei aber für die nächsten Monate noch nicht in Sicht, allenfalls eine "konjunkturelle Beruhigung". Er appellierte deshalb an die Politik, die Instrumente zur Kreditversorgung der Unternehmen auszubauen.

Bayerns Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte Arbeitgeber und Arbeitnehmer dazu auf, nun zusammenzustehen. "Ich erteile daher Diskussionen nach dem Motto 'sozialen Schutz brauchen wir nur in guten Zeiten, in schlechten lassen wir ihn über Bord gehen' eine klare Absage." Das gelte auch für pauschale Forderungen nach Lohnsenkungen, wie sie jüngst Bundesarbeitgeberpräsident Dieter Hundt in die Diskussion gebracht hatte.

Die niedrigste Arbeitslosenquote gab es diesmal mit 4,2 Prozent in Niederbayern. Oberbayern folgt mit 4,3 Prozent erst auf Rang zwei unter den sieben Regierungsbezirken. In Unterfranken beträgt die Quote 4,4, in Schwaben 4,6 und in der Oberpfalz 4,9 Prozent. Am schlechtesten in die Situation nach wie vor in Ober- und Mittelfranken mit jeweils 5,5 Prozent. Sie nähern sich aber den anderen Regionen im Freistaat zusehends an.

Die Jugendarbeitslosigkeit stieg von 4,2 Prozent im Juni auf nun 4,7 Prozent. "Die aufziehende Krise auf dem Arbeitsmarkt zeigt deutlich, dass vor allem junge Menschen betroffen sind, die entweder gering qualifiziert sind oder die von ihrem Arbeitgeber wegen der schlechten konjunkturellen Lage nicht übernommen werden konnten", sagte Bomba. Haderthauer erneuerte ihr Ziel, "die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen unter 25 Jahren in den kommenden drei Jahren vollständig abzubauen".

(Redaktion)


 


 

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