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Arbeitslosenzahlen Bayern

Arbeitsmarkt in Bayern ist krisenfest

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im November trotz Wirtschaftskrise und Beginns der kalten Jahreszeit kaum angestiegen.

Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte, waren 299 798 Menschen im Freistaat arbeitslos gemeldet, 1877 mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote blieb damit unverändert bei 4,5 Prozent. Der Arbeitsmarkt in Bayern habe sich als "erfreulich krisenfest" erwiesen, kommentierte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) die Zahlen, warnte aber zugleich vor "übertriebenem Optimismus". Auch Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) betonte, es gebe keinen Grund, sich auf den aktuellen Arbeitsmarktzahlen auszuruhen.

Dem stellvertretenden Regionaldirektionschef Ralf Holtzwart zufolge weist der Freistaat auch im November unter allen Bundesländern weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit aus. Trotz der unveränderten Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent könne aber für Bayern noch keine Entwarnung gegeben werden, mahnte auch Holtzwart und betonte: "Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sind noch nicht vollständig auf den Arbeitsmarkt durchgedrungen." Der Regionaldirektionsvize geht in den nächsten Monaten von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit aus.

Holtzwart zufolge gibt es aktuell in Bayern 52 900 unbesetzte Stellen. Unternehmen suchten immer noch "gut ausgebildete Kräfte". Am besten unter den bayerischen Regierungsbezirken schnitt im November mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent Unterfranken ab. Niederbayern verzeichnete eine Quote von 4,2, Oberbayern von 4,3, Schwaben von 4,4 und die Oberpfalz eine Quote von 5,5 Prozent. Schlusslichter sind Oberfranken mit 5,1 und Mittelfranken mit 5,3 Prozent.

Wirtschaftsminister Zeil gab sich trotz der positiven November-Zahlen kritisch. "Von einem selbsttragenden Aufschwung ist die bayerische Wirtschaft noch weit entfernt", betonte der FDP-Politiker. Jetzt müssten die Weichen für einen stabilen Wachstumskurs gestellt werden. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz sei daher "ein überfälliger Schritt", um Wachstumsbremsen in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zu lösen. Zeil betonte: "Wer hier bremst und blockiert, setzt Arbeitsplätze aufs Spiel." Was im Koalitionsvertrag vereinbart sei, müsse jetzt zügig umgesetzt werden.

Arbeitsministerin Haderthauer kündigte an, künftig alles dafür zu tun, um bayerische Arbeitsplätze zu erhalten. Die Kurzarbeit bezeichnete sie als "das Schlüsselelement zur Sicherung von Beschäftigung". Kurzarbeit sei "die wichtige soziale Brücke aus der Krise". Sie appellierte an die Betriebe, dieses Instrument weiterhin zu nutzen. Das gelte umso mehr, als im Winter auf dem Arbeitsmarkt noch "schwierige Zeiten" bevorstünden. Für das kommende Jahr rechne sie aber "mit einer gewissen Stabilisierung am Arbeitsmarkt".

Vor Euphorie warnte auch der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. Da der Arbeitsmarkt der konjunkturellen Lage hinterherhinke, müsse man sich in den nächsten Monaten auf einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen gefasst machen. Dass der bayerische Arbeitsmarkt bislang nicht stärker vom konjunkturellen Abschwung getroffen wurde, ist Brossardt zufolge «dem beispiellosen Kraftakt der bayerischen Unternehmen geschuldet».

(ddp)


 


 

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