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Atypische Beschäftigung

Atypische Beschäftigung im Krisenjahr 2009 rückläufig

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die Zahl der atypisch Beschäftigten im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 130 000 Personen auf rund 7,6 Millionen Personen verringert.

Dieser Rückgang um 1,7 Prozent ist auf den Abbau befristeter Beschäftigung und von Zeitarbeitsverhältnissen zurückzuführen. Betrachtet werden Erwerbstätige im Alter von 15 bis 64 Jahren, die nicht in Schule, Studium oder Berufsausbildung sind.

Zu den atypischen Beschäftigungsformen werden - im Unterschied zum Normalarbeitsverhältnis - befristete und geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit bis zu 20 Wochenstunden sowie Zeitarbeit gezählt. Die negativen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise spürten vor allem Zeitarbeitnehmer und befristet Beschäftigte. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ging um 8,5 Prozent auf 560 000 zurück, die der befristet Beschäftigten sank um 3,3 Prozent auf gut 2,6 Millionen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten und Teilzeitbeschäftigten hat sich dagegen kaum verändert. Diese Entwicklung macht deutlich, dass vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung von den Unternehmen als Mittel genutzt wurden, flexibel auf die konjunkturellen Veränderungen zu reagieren.

Im Unterschied zu den atypisch Beschäftigten ist die Anzahl der Personen in sogenannten Normalarbeitsverhältnissen leicht angestiegen: rund 23 Millionen Personen waren 2009 in Vollzeit, beziehungsweise Teilzeit mit mehr als 20 Stunden pro Woche unbefristet und nicht in Zeitarbeit tätig, das entspricht einer Zunahme um 62 000 (plus 0,3 Prozent). Die Zahl der abhängig Beschäftigten insgesamt hat sich im Jahr 2009 gegenüber 2008 nur leicht reduziert (minus 0,2 Prozent).

Bemerkenswert ist, dass Frauen und Männer von dieser Entwicklung sehr unterschiedlich betroffen waren. Ging die Zahl der beschäftigten Männer um 245 000 zurück (minus 1,5 Prozent), so stieg die der Frauen um 177 000 an (plus 1,2 Prozent). Während bei den Männern sowohl die Zahl der Normalarbeitnehmer (minus 0,9 Prozent) als auch die der atypisch Beschäftigten (minus 5,4 Prozent) sanken, blieb die Zahl der atypisch Beschäftigten bei den Frauen nahezu stabil (minus 0,2 Prozent). Die Zahl der Normalarbeitnehmerinnen konnte sogar um 2,1 Prozent zulegen.

Der Beschäftigungsabbau betraf vor allem Branchen mit hohem Männeranteil. So ist der Rückgang der atypischen Beschäftigung fast ausschließlich auf die Entwicklung im Produzierenden Gewerbe und bei den Unternehmensdienstleistungen (unter anderem Zeitarbeitsunternehmen) zurückzuführen, die zusammen ein Minus von 190 000 zu verzeichnen hatten. Im weiblich dominierten Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen stieg dagegen sowohl die Zahl der Normalarbeitnehmer (plus 141 000) als auch die der atypisch Beschäftigten (plus 31 000) an.

Trotz des Rückgangs im Krisenjahr 2009 ist die Anzahl der Personen in atypischen Beschäftigungsformen in den letzten zehn Jahren gestiegen. 1999 waren 19,7 Prozent aller Arbeitnehmer in atypischen Beschäftigungsformen beschäftigt. Bis 2009 ist ihre Anzahl um 1,8 Millionen Personen auf 7,6 Millionen angestiegen. Der Anteil hat sich damit im Jahr 2009 auf 24,8 Prozent aller abhängig Beschäftigten erhöht, was die gewachsene Bedeutung dieser Beschäftigungsformen unterstreicht.

Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation sind besonders häufig in atypischen Beschäftigungsformen zu finden; dies hat sich im Jahr 2009 weiter verstärkt. Der Anteil atypisch Beschäftigter an allen Personen ohne anerkannte Berufsausbildung stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 40,4 Prozent an. Leicht rückläufig war hingegen der Anteil bei den Personen mit Lehr- oder Berufsfachschulausbildung (minus 0,5 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent) sowie bei den Personen mit (Fach-) Hochschulabschluss (minus 0,1 Prozentpunkte auf 17,9 Prozent).

(Statistisches Bundesamt)


 


 

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