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Auf Sparkurs

Siemens spart sich gesund

Siemens hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 hinter sich gebracht. Dennoch hat der Konzern für die nächsten zwei Jahre einen harten Sparkurs angekündigt. Mit Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns und Konzentration auf das Kerngeschäft will man bis 2014 Kosten sparen und die Gewinnspanne erhöhen.

Für die Berliner Mitarbeiter von Nokia Siemens Networks und Osram könnte der Sparkurs eine ungewisse Zukunft bedeuten. Auch das Siemens Gasturbinenwerk Berlin leidet unter rückläufigen Auftragszahlen.

Sparkurs trotz fünf Milliarden Euro Gewinn

Das Geschäftsjahr 2012 war für Siemens eines der erfolgreichsten mit einem Umsatz von 78 Milliarden Euro und einem Gewinn nach Steuer von gut fünf Milliarden Euro. Dennoch schlägt das Unternehmen einen harten Sparkurs ein. Mit einem über zwei Jahre laufenden Programm will man die Kosten bis 2014 um sechs Milliarden Euro senken und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Damit steuert der Konzern in erster Linie einer abnehmenden Rendite entgegen, die Zielsetzung für das Jahr 2014 sind zwölf Prozent Ergebnismarge der Sektoren. Doch auch die Auftragseingänge sind zurückgegangen.

Im Rahmen des Sparprogramms will das Unternehmen sich mehr auf die Kerngeschäfte konzentrieren. Man trennt sich von unrentablen Geschäften wie dem Solargeschäft und setzt bei den erneuerbaren Energien ganz auf Wind- und Wasserkraft. Eine weitere Maßnahme ist die Neuordnung des Wassergeschäfts. Mit der Übernahme der Firma LMS International, einem Anbieter von Simulationssoftware und Entwicklungsdienstleistungen, will sich Siemens eine Spitzenposition im Softwaresegment sichern.

Die Siemens AG zählt zu den weltweit größten Firmen der Elektrotechnik sowie Elektronik und beschäftigt derzeit in Deutschland 119.000 Mitarbeiter, gut ein zehntel davon in der Haupstadt. In Berlin, wo Siemens seinen größten Produktionsstandort betreibt, könnte das Sparprogramm drastische Auswirkungen haben.

Osram und Nokia Siemens Networks vor dem Aus

In Moabit, wo Gasturbinen für Kraftwerke gefertigt werden, fehlt es an Aufträgen. Die Siemens-Töchter Osram und Nokia Siemens Networks (NSN) stehen bereits vor existenziellen Fragen. Im Berliner Werk hat sich die Belegschaft im Traditionsbetrieb Osram seit 2009 um ein Viertel verringert und weitere Stellenstreichungen werden mit dem geplanten Gang an die Börse erwartet. Bei Nokia Siemens Networks sind rund 1200 Mitarbieter in Berlin beschäftigt. Der Verkauf zweier NSN-Sparten bedeutet für rund 400 Berliner Mitarbeiter von Optical Networks und 350 Software-Entwickler der Sparte Business Support Systems eine ungewisse Zukunft.

(Kerstin Zimprich)


 


 

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