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Berufliche und Hochschulbildung auf Augenhöhe

Die Qualitätssicherungssysteme der beruflichen Bildung stehen denen der Hochschulen in nichts nach. Das zeigt eine gestern vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) veröffentlichte Studie.

Die Studie unterstreicht die Gleichwertigkeit der Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen Bildung. Die Studie leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Vertrauensbildung und zur Versachlichung der Diskussion zwischen der
Hochschulseite und der beruflichen Bildung.

DIHK und ZDH werten die Ergebnisse der Studie als wichtige Klarstellung. Sie belege nicht nur das hohe Qualitätsniveau der
beruflichen Fortbildung. Sie dokumentiere auch die vielschichtige und
umfangreiche Qualitätssicherung der Bildungsträger im Bereich der beruflichen Bildung.

Auch wenn Qualitätssicherung nur mittelbar – über gegenseitiges
Vertrauen in die Lernergebnisse eines beruflichen oder akademischen
Abschlusses – einen Beitrag zur Diskussion um Gleichwertigkeit liefern
kann, sehen sich die beiden Kammerorganisationen durch die Studie in
Ihrer Auffassung unterstützt, dass akademische und berufliche
Abschlüsse auf gleichem Niveau im Deutschen Qualifikationsrahmen
(DQR) eingeordnet werden müssen.

Die Autorinnen von Prognos AG und dem Centrum für
Hochschulentwicklung (CHE) haben in ihrem „Vergleich der
Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen
Bildung“ die bestehenden Konzepte synoptisch gegenübergestellt. Dabei
wird folgendes deutlich:

  • Beide Bildungsbereiche verfügen über sehr umfangreiche aber unterschiedliche Qualitätssicherungsinstrumente. Im Bereich derberuflichen Fortbildung stehen die streng formalen Neuordnungsverfahren im Vordergrund, im Hochschulbereich wird die Qualität der Studiengänge individuell und profilbezogengeprüft und entwickelt.
  • In beiden Bildungsbereichen werden zunehmend umfassende institutionelle Qualitätssicherungssysteme eingeführt, die eine
    kontinuierliche qualitative Verbesserung sicherstellen.
  • Eine Übertragung oder Anpassung der historisch gewachsenen
    Qualitätssicherungssysteme an den jeweils anderen Bereich ist
    hingegen weder möglich noch erforderlich.

In dem Gutachten werden auch die Arbeitsmarktpotenziale verglichen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Gleichwertigkeit. Sowohl akademische Abschlüsse als auch solche der beruflichen Fortbildung leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigungsfähigkeit. Auch hängen hohe Einkommen heute nicht mehr von einem akademischen Abschluss ab. So wird bei der tariflichen Eingruppierung bereits verstärkt die tatsächliche Tätigkeit und nicht ausschließlich der formale Bildungsabschluss zu Grunde gelegt. In vielen Berufssparten sind daher akademisch oder beruflich qualifizierte Fachkräfte gleichermaßen erfolgreich und erzielen vergleichbar hohe Einkommen.

Die Forscherinnen bescheinigen beiden Bildungsbereichen ein ähnlich
hohes Niveau der Qualitätssicherung. Die Ergebnisse der Studie sollten
daher genutzt werden, um das Vertrauen in die Qualität des jeweils
anderen Bildungsbereichs und dadurch auch die Durchlässigkeit
zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu erhöhen.

Prognos und CHE empfehlen einen nationalen Dialog der
Bildungsbereiche, beispielsweise im Rahmen der derzeitigen Diskussion um den deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). Gemeinsam könnten dort Mindestanforderungen für die Qualität der Bildungsabschlüsse und für Instrumente zur Sicherung dieser Qualität vereinbart werden, beispielsweise durch die wechselseitige Einbindung in Akkreditierungs bzw. Neuordnungsverfahren.

Die Studie "Synoptischer Vergleich der Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen und akademischen Bildung" selbst gibt es zum Download auf der Website des BMWi.

(DIHK)


 


 

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