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Noch 987 junge Leute in Bayern ohne Lehrstelle

Zu Beginn des Ausbildungsjahres im September 2010 sind in Bayern noch 987 junge Leute ohne Lehrstelle gewesen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, blieben aber gleichzeitig mehr als 5000 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt.

Insgesamt hätten sich in diesem Jahr 82.622 Bewerber bei den Arbeitsagenturen in Bayern für eine Ausbildungsstelle gemeldet, 83.247 Lehrstellen seien angeboten worden. Damit habe man "rein rechnerisch jedem jungen Menschen mindestens eine Ausbildungsstelle" anbieten können, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart.

Angesichts rückläufiger Schülerzahlen werde es in Zukunft zwischen den Unternehmen einen stärkeren Wettbewerb um Nachwuchskräfte geben, prognostizierte Holtzwart. Die Akteure auf dem Ausbildungsmarkt müssten deshalb künftig noch effektiver zusammenarbeiten, "um keinen Jugendlichen beim Übergang von der Schule in das Berufsleben zu verlieren".

Die meisten freien Ausbildungsplätze gibt es der Agentur-Statistik zufolge in der Oberpfalz. Dort stehen rein rechnerisch 19,9 freie Ausbildungsplätze pro unversorgtem Bewerber zur Verfügung. In Mittelfranken gibt es die wenigsten freien Lehrstellen. Hier kommen auf jeden unversorgten Bewerber noch 1,8 Ausbildungsstellen. Die meisten freien Lehrstellen in Bayern gibt es demnach in den Berufen Fleischereifachverkäufer (479 Stellen), Koch (380) und Hotelfachmann (345)

"2010 war wieder ein gutes Ausbildungsjahr", sagte Bayerns Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) mit Blick auf die aktuelle Lehrstellenbilanz. Sackmann lobte die hohe Ausbildungsbereitschaft bayerischer Betriebe. Man stehe jedoch vor großen Herausforderungen. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels müsse man alle Bildungsreserven mobilisieren und "gerade auch die leistungsschwächeren Jugendlichen in Ausbildung bringen", forderte der CSU-Politiker.

Ähnlich äußerte sich der Bildungskoordinator des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), Hubert Schöffmann. "Die verwaisten Lehrstellen von heute bedeuten den verschärften Fachkräftemangel von morgen", warnte Schöffmann. In diesem Jahr habe demnach bereits jedes fünfte Unternehmen in Bayern seine freien Ausbildungsplätze nicht besetzen können.

Angesichts mehrerer Tausend unbesetzter Ausbildungsstellen regte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, Lothar Semper, an, "noch offensiver" um die jungen Menschen zu werben. Vor allem Eltern müssten erfahren, welche Chancen sich für ihre Kinder durch eine berufliche Bildung ergäben, sagte Semper.

(dapd-bay Anna Ringle-Brändli)


 


 

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