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Auslandsreise-Krankenversicherung

Wichtiger und günstiger Schutz

Eine Auslandsreise-Kranken­ver­siche­rung gibt es schon für unter 10 Euro im Jahr. Die Beitrags­unterschiede halten sich in Grenzen. Umso größer sind jedoch die Unter­schiede in den Versicherungs­bedingungen. Erfreulich: „Sehr gute“ oder „gute“ Angebote müssen nicht teuer sein.

Krankenkassenkarte allein reicht im Ausland nicht

Ohne den richtigen Versicherungsschutz kann der Auslandsurlaub zum Albtraum werden. Finanztest schildert den Fall eines Mannes, der im Urlaub auf der griechischen Insel Naxos stürzte.„Zerschmetterte Kniescheibe“ lautete die Diagnose. Die Ärzte der kleinen Krankenstation auf der Insel rieten zu einer Ope­ration in Deutschland. Ein klarer Fall für eine Reisekrankenversicherung. Der Versicherer würde den Transport nach Deutschland mit dem Flugzeug bezahlen. Der Haken: Der 55-Jährige hatte nur seine Krankenkassenkarte. Sie gilt zwar in der gesamten Europäischen Union und in Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat, wie der Türkei. Doch die gesetzlichen Kassen übernehmen nur die Kosten für die ambulante und stationäre Notfallbehandlung vor Ort. Den Rückflug eines Kranken nachhause bezahlen sie nie.

Ein Rücktransport in die Heimat ist richtig teuer

Bei privat Krankenversicherten kommt es auf die Vertragsbedingungen an. Darin steht, wie weit der Versicherungsschutz reicht und ob der Versicherer im Notfall einen Ambulanzflug bezahlt. Der verletzte Mann hatte keine Auslandsreise-Krankenversicherung, die für den Transport aufgekommen wäre. Ein Ambulanzflug mit medizinischer Begleitung von Naxos nach Berlin kostet nach Auskunft des ADAC rund 17 000 Euro.

Auf die Bedingungen kommt es an

Selbst mit einer Auslandsreise-Krankenversicherung ist die Finanzierung des Rücktransports nicht immer gewährleistet. Es kommt auf die Bedingungen an. Einige Versicherer zahlen nur für einen Transport nachhause, der medizinisch notwendig ist. Das reicht Finanztest nicht. Günstiger ist ein Anspruch auf Rücktransport, wenn die Behandlung voraussichtlich länger als 14 Tage dauert. Die beste Bewertung in diesem Prüfpunkt erhielten die Policen jedoch, wenn sich der Versicherte nach Deutschland fliegen lassen kann, sobald ein Rücktransport medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Die letzte Entscheidung über den Transport darf nicht der Versicherer treffen, sondern die behandelnden Ärzte. Sonst haben die Experten der Stiftung Warentest im Test Punkte abgezogen, zum Beispiel bei den Angeboten der Axa und des Deutschen Rings.

Strengere Bewertung des Versicherungsschutzes

Finanztest hat diesmal mehr Kriterien für sein Urteil herangezogen und die Angebote noch strenger bewertet als im Vorjahr. Die Experten haben erstmals geprüft, ob der Versicherer eine Behandlung von akuten Schwangerschaftskomplikationen bezahlt und ob er provisorischen Zahnersatz oder die Kosten für Hilfsmittel wie Krücken erstattet. Außerdem haben sie untersucht, ob die Gesellschaft einspringt, wenn der Versicherte im Zusammenhang mit einer Pandemie wie der Schweinegrippe erkrankt. Erfreuliches Ergebnis: Die große Mehrheit der Versicherungsgesellschaften hat für diesen Fall kundenfreundliche Bedingungen.

Meist teurer im Paket

Reisekrankenversicherungen gibt es auch im Paket mit anderen Versicherungen. Doch oft sind die Pakete teuer und enthalten überflüssige Policen, beispielsweise eine Unfallversicherung nur für die Reise. Nötig ist neben einer Auslandsreise-Krankenversicherung allenfalls eine Reiserücktrittskosten-Versicherung – wenn der Kunde eine teure Reise bucht und hohe Kosten hätte, falls er sie nicht antreten kann. Die in fast allen Paketen enthaltene Reisegepäckversicherung lohnt sich meist nicht. Denn sie greift nur dann, wenn der Versicherte strenge Auflagen erfüllt.

Auch Fluggesellschaften bieten Reiseschutz

Finanztest hat auch Paketangebote von Fluggesellschaften unter­sucht, die der Kunde kaufen kann, wenn er online einen Flug bucht. Ergebnis: Diese Angebote enthalten in einigen Fällen weniger Leistungen als die vom Versicherer direkt angebotenen Versicherungspakete – mehr Leistung gab es in diesen Angeboten nie. Beispiel für eine verminderte Leistung: das „Reise-Schutz-Paket“ von Easyjet. Der Versicherer ist hier die niederländische Mondial Assistance Europe. Für ihre Reisekrankenversicherung gelten schlechtere Bedingungen als für die Police, die es direkt bei der deutschen Mondial gibt. Ein wesentlicher Unterschied: die höchstmögliche Leistung – die niederländische Mondial begrenzt sie auf 150 000 Euro, bei der deutschen Mondial ist sie unbegrenzt.

Hier finden Sie die kompletten Ergebnisse.

(test.de)


 


 

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