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Keinen Bock mehr

Ausmisten im Business - oder: Manager, rette dich!

Ich sitze mit dem Länderchef eines internationalen Baukonzerns beim Mittagessen. Wir sind beim Argentinier, es gibt, na klar: Steak. Das heißt: Ich habe das Steak, er hat den Salat. Eigentlich müsste er das ja nicht mehr. Sein Magengeschwür ist fünf Jahre her. How come? Die alte Geschichte:

Zu viele Aufgaben, zu viel Stress, zu viel Kaffee, zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung, zu wenig gesundes Essen. Manager-Syndrom. Typisch. Bis dahin. Dann wurde er untypisch.

Im Gegensatz zu 80 Prozent seiner und meiner Kolleginnen und Kollegen sagte er sich noch auf dem OP-Tisch: „Schluss! Aus! Ende! Jetzt mache ich Großputz!“ Und er schmiss alles raus, was krank macht: ihn und sein Unternehmen. Zum Beispiel Meetings. Vor seinem Ulkus dauerte das Wochenmeeting regelmäßig von zehn bis achtzehn Uhr. Die Leute saßen drin, spielten an ihrem Blackberry, riefen E-Mails ab und „wenn ich was von einem wissen wollte, musste ich oft erst zweimal nachfragen, bevor er geistig wieder bei der Sache war!“, klagt der Länderchef. Das macht jeden wahnsinnig – oder ein Magengeschwür (Tinnitus, Burnout – die Natur ist da erfinderisch).

Heute muss jeder Meetingteilnehmer wie im Wilden Westen vor dem Saloon sein Handy und seinen Crackberry abgeben. Nach zwei bis drei Stunden sind die Meetings dann erledigt. Mit besseren Resultaten als früher. Und das ist nicht alles.

Finde deine Energie- oder Effizienzfresser!

Als der Länderchef mit dem Ausmisten fertig war, hatte er mehrere Dutzend solcher Effizienz - und Energiefresser, solcher schwachsinnigen, nervenaufreibenden, völlig unnötig Stress verbreitenden, produktivitätsvernichtenden und gesundheitsschädlichen Managementmarotten ausgemistet – unter dem Beifall seiner Leute. Die hatten nämlich alle auch schon die üblichen Symptome, trauten sich aber nicht, das laut zu diskutieren, weil man ja nicht als Weichei gelten will. Lieber brennt man aus oder legt sich auf den OP-Tisch. Und solchen Leuten überlassen wir unsere Wirtschaft? Schön blöd.

Blöd?

Eher zwanghaft. Was entgegnen nämlich Manager, die sich unter den Augen einer entsetzten Umwelt selber zugrunde managen? So wie mich der Vertriebsvorstand eines Pharmaunternehmens mal fragte: „Aber was, wenn ausgerechnet in den drei Stunden, in denen das Handy wegen eines Meetings abgeschaltet ist, ein wichtiger Kunde anruft?“ Hatte er etwa keine Mailbox? Nein, daran liegt es nicht. Es liegt daran, dass er buchstäblich ums Verrecken sein Leben nicht ändern will. Das sagte ich ihm. Langes Schweigen. Dann meinte er: „Doch. Ab sofort.“ Und begann mit dem Ausmisten. Jetzt läuft das wieder.

Das freche Management-Tool

Führungskräfte streben nach fetten Boni und protzigen Karossen. Sie sind umgeben von einer Armada kaffeekochender Sekretärinnen und lassen es auf Dienstreisen krachen. Das ist das schiefe Bild des Managements in der Öffentlichkeit. Doch was viele Managerinnen und Manager wirklich suchen, sind nicht Macht und Statussymbole: Spaß im Job ist das, was Führungskräfte am meisten vermissen. Erfolgsdruck, Sachzwang und Fremdbestimmung sind der Alltag. Der Spaß bleibt auf der Strecke. Immer mehr Manager landen beim Therapeuten und beim Kardiologen.

Keine Lust mehr auf den Knochenjob? Dann machen Sie Schluss mit der Tretmühle! Wie man Spaßbremsen löst, ohne flüchtigen Verführungen auf den Leim zu gehen: Der Autor Klaus Schuster kennt die besten Strategien für mehr Erfolg durch weniger Stress.

(Klaus Schuster)


 


 

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