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EU-Konjunkturprognose

Aussichten bleiben getrübt

Die Eurozone verharrt weiterhin in der Rezession. Das reale Bruttoinlandsprodukt fiel in Q1 2009 kräftig um 2,5%, nachdem es in Q4 2008 bereits um 1,8% zurückging. Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben getrübt, dennoch deutet sich an, dass die Schärfe der wirtschaftlichen Kontraktion allmählich nachlassen dürfte. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird in Q2 um 0,6% und in Q3 und Q4 um jeweils 0,4% fallen. Der Rückgang der Industrieproduktion wird sich fortsetzen. Die Stimmung der Unternehmen hat sich zuletzt infolge verbesserter Produktionserwartungen etwas aufgehellt, jedoch ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor ungünstig. Der private Konsum wird rückläufig sein. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich drastisch verschlechtert, was die Entwicklung der verfügbaren Einkommen belastet, trotz der Steuererleichterungen infolge der massiven fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen.

Auch die Investitionen werden weiter abnehmen, jedoch etwas weniger deutlich als zuvor. Die Ertragsaussichten der Unternehmen sind nach wie vor ungünstig und die Kreditkonditionen dürften infolge rezessionsbedingter Abschreibungen restriktiv bleiben. Die Inflationsrate wird unter der Annahme, dass der Ölpreis im Prognosezeitraum um USD 70 schwankt und sich der Wechselkurs bei USD 1,40 je Euro stabilisiert, im September bei −0,1% liegen und im Dezember auf 1% steigen.

Rückgang der Industrieproduktion hält an

Die Industrieproduktion in der Eurozone fiel im ersten Quartal 2009 außerordentlich kräftig (−7,7%). Der Einbruch war in allen großen Ländern
der Region – vor allem aber in Deutschland – zu beobachten. Er erfolgte als Konsequenz des massiven Rückgangs der Nachfrage aus dem In- und Ausland, der sich auch in dem deutlichen Absacken des Geschäftsklimas widerspiegelte.
Der Rückgang der Industrieproduktion wird sich in den folgenden Quartalen zwar fortsetzen, jedoch etwas abmildern. Die jüngsten Umfragen zum Geschäftklima deuten auf eine leichte Verbesserung der Produktionserwartungen hin; dennoch
ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor ungünstig. Die Industrieproduktion wird im zweiten Quartal um 2% und im dritten Quartal und vierten Quartal um jeweils 1,5% sinken.

Wachstumsaussichten bleiben getrübt

In der Eurozone ging das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2009 sehr deutlich zurück (−2,5%). Der private Konsum fiel zwar nur verhalten – nicht zuletzt aufgrund der Abwrackprämien für Autos in Deutschland und Frankreich –, die Investitionen sackten jedoch erneut spürbar ab. Auch der Wachstumsbeitrag des Außenhandels fiel negativ aus. Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben trübe; dennoch deutet sich an, dass Schärfe der wirtschaftlichen Kontraktion allmählich nachlassen wird.

Der Konsum der privaten Haushalte dürfte in den kommenden Quartalen weiter sinken. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich merklich verschärft; die Arbeitslosenquote stieg bis zuletzt kontinuierlich, was die Entwicklung der real verfügbaren Einkommen belastet, trotz der Steuererleichterungen im Rahmen der massiven fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen. Auch das Verbrauchervertrauen spiegelt weiterhin Sorgen hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen Lage wider; vor allem die Unsicherheit über den möglichen
Verlust des Arbeitsplatzes ist nach wie vor hoch.

Der private Konsum wird im zweiten Quartal 2009 um 0,6% fallen, ehe er im dritten Quartal um 0,4% und im vierten Quartal um 0,5% zurückgeht.
Die Investitionen werden in den folgenden Quartalen weiter abnehmen, allerdings etwas weniger deutlich als zuvor. Die Ertragsaussichten der Unternehmen sind nach wie vor ungünstig. Zudem wird die Unterauslastung der Kapazitäten anhalten und auch die Kreditkonditionen der Banken werden infolge rezessionsbedingter Abschreibungen restriktiv bleiben. Zusätzlich leiden die Bauinvestitionen in zahlreichen Ländern weiterhin unter den negativen Effekten fallender Immobilienpreise.

Die Investitionen werden im zweiten Quartal 2009 um 3,2%, im dritten Quartal um 2,5% und im vierten Quartal um 1,4% fallen.
Insgesamt wird das reale Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im zweiten Quartal 2009 um 0,6% sinken, ehe es im dritten und vierten Quartal um jeweils 0,4% zurückgeht. Die nachlassende Kontraktion der wirtschaftlichen Aktivität resultiert maßgeblich aus dem Impuls der staatlichen Konjunkturpakete
und einer erwarteten allmählichen Stabilisierung der Weltwirtschaft. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im Gesamtjahr 2009 um 4,8% sinken.

Inflation steigt im Dezember

Die Inflationsrate ist im Juni auf −0,1% gefallen, nachdem sie im März noch bei 0,6% lag. Der Rückgang der Rate resultierte maßgeblich aus dem Basiseffekt, der sich infolge der stark gesunkenen Öl- und Lebensmittelpreise ergab. Die
Inflationsrate wird auch im September – unter der Annahme, dass der Ölpreis um USD 70 schwankt und sich der Wechselkurs bei USD 1,40 je Euro stabilisiert – bei −0,1% liegen, ehe sie im Dezember auf 1% ansteigt. Die Zunahme der
Inflation am Ende des Prognosezeitraums ergibt sich maßgeblich aus dem positiven Basiseffekt des höheren Ölpreises, der im Dezember deutlich über seinem Vorjahresniveau liegen dürfte. Die Kerninflationsrate wird aufgrund der schwächeren Nachfrage, der ungünstigeren Situation am Arbeitsmarkt sowie der anhaltenden Unterauslastung der Kapazitäten sinken. Sie wird von 1,5% im Juni auf 1,2% im September und 1% im Dezember fallen.

(ifo Institut für Wirtschaftsforsch)


 


 

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