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Schuldenkrise

Eurobonds werden kommen - " Griechenland-Austritt wäre verkraftbar"

Während der EU-Sondergipfel deutlich gemacht hat, dass die Vorstellungen der Mitgliedsländer bezüglich der Krisenbewältigung sehr unterschiedlich sind und eine Einigung auf den offiziellen EU-Gipfel Ende Juni vertagt wurde, entwerfen die Staaten der Währungsunion Notfallpläne für einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone.

Dies wurde vom amtierende Eurogruppen-Chef Juncker bestätigt. Seiner Ansicht nach müsse man sich auf alle Eventualitäten einstellen. Politischer Wille ist, Griechenland im Euro zu halten, allerdings muss das Land seinen Verpflichtungen nachkommen. Vor diesem Hintergrund hängt die Frage nach dem Verbleib Griechenlands in der Eurozone vom Wahlausgang am 17. Juni ab. Bis dahin setzen sich die Unsicherheiten fort - ein Umstand, der Marktteilnehmern missfällt.

Veröffentlichung schwacher Konjunkturzahlen

Gestern wurden die Sorgen durch die Veröffentlichung schwacher Konjunkturzahlen verstärkt. Sowohl die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes als auch der ifo-Geschäftsklimaindex enttäuschten auf ganzer Linie. Die Konjunkturaussichten trüben sich weiter ein und selbst in Deutschland zeichnet sich eine verlangsamte Wachstumsdynamik ab.

Der DAX neigt weiterhin zur Schwäche. Heute könnte es zu einer vorübergehenden Marktberuhigung kommen, zumal weder politische Ereignisse noch wichtige Konjunkturveröffentlichungen auf der Agenda stehen. Eine generelle Trendwende zeichnet sich allerdings nicht ab.

Gesamtbild wird sich in Kürze nicht aufhellen

Aktienmärkte: In den letzten Tagen war unschwer zu erkennen, dass sich der Dax von den oben beschriebenen "Entwicklungen" sichtlich beeindruckt zeigte. Entsprechend sind die Volatilitäten deutlich angesprungen, was die zunehmende Risikoaversion der Marktteilnehmer unterstreicht. Angesichts fallender Hoch- und Tiefpunkte bei den führenden Indizes und einer bereits vollzogenen Annäherung an wichtige Supportmarken wie der 200-Tage-Linie beim Dax, ist nicht davon auszugehen, dass sich das Gesamtbild in Kürze deutlich aufhellen wird. Grundsätzlich haben laufende Trends eine höhere Wahrscheinlichkeit sich fortzusetzten als umzukehren.

Nicht zuletzt deshalb findet sich, abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen, kein ausreichend gutes Chance- und Risikoprofil um neue Long-Positionen zu rechtfertigen. In diesem Zusammenhang sei nochmals auf die 55-Wochen-Linie (EMA) hingewiesen. Sollte diese (aktuell bei 6.490 Zählern) auf Schlusskursbasis unterschritten werden, würde ein bereits letzte Woche ausgelöstes Short-Signal (mittelfristig) nochmals bestätigt werden. Sofern dies der Fall sein sollte, wofür einiges spricht, könnte ein Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Zählern, aus charttechnischer Sicht, nicht ausgeschlossen werden.

Handelsstart deutet auf verhaltene Öffnung hin

Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart deuten auf eine verhaltene Eröffnung hin. Zwar gelang es dem Dow Jones in der letzten Handelsstunde leicht in die Pluszone zu drehen, allerdings ist die weiterhin vorhandene Verunsicherung der Marktteilnehmer förmlich greifbar. Die "politischen Ereignisse" rund um die Eurozone werden weiter den Ton angeben, wenngleich immer offensichtlicher wird, dass die einzelnen Länder verstärkt ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. So sagte zum Beispiel Italiens Ministerpräsident, dass die "Euro-Bonds bald kommen werden": In Griechenland haben die Gegner des EU-Sparprogramms noch immer die Nase vorn.

Quelle: Landesbank Hessen-Thüringen

(Redaktion)


 


 

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