Sie sind hier: Startseite München Lifestyle Top-Tipps
Weitere Artikel
Autokauf

Merk rät zur Vorsicht beim Autokauf

Verbraucherschutzministerin: Auf versteckte Kosten achten und Kreditangebote vergleichen

Bayerns Verbraucherschutzministerin Beate Merk (CSU) rät dazu, beim Neuwagenkauf auf die "versteckten Kosten" zu achten. So sollte als Kaufpreis ein Gesamtpreis ausgewiesen werden, der auch Sonderposten etwa für die Überführung des Autos beinhalte, sagte Merk der Nachrichtenagentur ddp. Sie betonte zugleich, bei einer Kreditaufnahme sollte man "den Verlockungen der Werbung nur bedingt Glauben schenken". Vergleichen und Nachrechnen lohne sich.
Mit Merk sprach ddp-Korrespondent Jörg Säuberlich.

ddp: Frau Ministerin, fahren Sie gerne Auto?

Merk: Ich fahre sehr gerne selbst Auto. Vor allem dann, wenn ich
nicht unter Zeitdruck stehe und die Fahrt entspannt angehen kann.

ddp: Nach dem langen Winter planen viele Bayern, sich ein neues Auto
zuzulegen. Worauf sollte beim Neuwagenkauf vor allem geachtet werden?

Merk: Zunächst sollte man beim Verkaufsgespräch immer nachfragen,
seit wann das Fahrzeug beim Händler steht. Vorsichtig sollte man
sein, wenn ein Fahrzeug als "fabrikneu" angeboten wird. Oft stand es
dann deutlich über ein Jahr beim Händler, ohne verkauft zu werden.
Ein weiterer Tipp: Man sollte sich vorab über den Listenpreis des
Fahrzeugs informieren und beim Verkaufsgespräch Rabatte aushandeln.

ddp: Was ist noch wichtig?

Merk: Die versteckten Kosten - man sollte darauf achten, dass als
Kaufpreis ein Gesamtpreis ausgewiesen wird. Dieser beinhaltet neben
dem eigentlichen Kaufpreis auch Sonderposten für Überführung,
Zulassung und Ähnliches. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass als Übergabeort die Betriebsstätte des Händlers oder der Wohnort des Käufers genannt ist.

ddp: Wie verhält es sich mit Re-Importen?

Merk: Kfz-Reimporte können in erster Linie wegen der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze und sonstigen Abgaben beim
Neuwagenkauf in den EU-Ländern für den Verbraucher günstig sein.
Schwierig ist allerdings der genaue Preisvergleich. Außerdem kann die
Ausstattung verschieden sein, ohne dass dies auf den ersten Blick
erkennbar wäre. Gegebenenfalls kommen noch weitere Kosten hinzu für
die Überführung des Fahrzeugs, zum Beispiel etwaige Bereitstellungskosten. Diese müssen zusätzlich in die Kalkulation
einbezogen werden

ddp: Was ist beim Bezahlen zu beachten?

Merk: In Betracht kommen für den Verbraucher im Wesentlichen drei
Varianten: die Finanzierung aus eigenen Mitteln, eine Fremdfinanzierung durch Aufnahme eines Kredits oder ein Leasingvertrag. Wer über das nötige Geld verfügt, sollte den Weg über den Barkauf wählen, denn jede Finanzierungsart ist für den Verbraucher mit zusätzlichen Kosten verbunden. Ein weiterer Vorteil des Barkaufs besteht darin, dass sich je nach Modell und eigenem Verhandlungsgeschick erhebliche Preisnachlässe erzielen lassen.

ddp: Und wenn nicht genug Geld da ist?

Merk: Wer einen Kredit aufnehmen muss, steht vor der Wahl, ob dieser
bei der Hausbank, einem anderen Kreditinstitut oder der Bank des
Automobilherstellers aufgenommen werden soll. Mein Tipp: Vergleichen
und Nachrechnen lohnt. Lassen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre
Entscheidung. Den Verlockungen der Werbung sollte man nur bedingt
Glauben schenken.

ddp: Lohnt sich denn Leasing für den Privatmann?

Merk: Leasingverträge werden auch bei Verbrauchern immer beliebter.
Fast ausschließlich angeboten wird von der Branche das
Finanzierungsleasing als eine Alternative zum finanzierten Kauf. Oftmals handelt es sich dabei allerdings um die teurere Variante, so dass sehr genau aufgepasst werden muss.

ddp: Worauf zum Beispiel?

Merk: Beim sogenannten Kilometerleasing wird beim Vertragsschluss
eine Kilometerleistung für eine bestimmte Laufzeit vereinbart. Wird
diese Kilometerzahl vom Leasingnehmer überschritten, so muss er für
die Mehrkilometer eine Nachzahlung leisten. Streit kann bei Rückgabe
des Fahrzeugs über dessen Zustand entstehen, wenn nämlich der
Leasinggeber der Meinung ist, dass die Abnutzung das normale Maß
überschritten hat.

Beim Restwertleasing wird außer den monatlichen Leasingraten noch ein sogenannter Restwert festgelegt. Wird allerdings ein geringerer
Verkaufserlös erzielt, so muss der Kunde die Differenz an den
Leasinggeber erstatten. Problematisch ist also, dass der Kunde das
spätere Verkaufsrisiko mitträgt.

Die dritte Variante, das sogenannte Andienungsleasing, beinhaltet
zusätzlich, dass der Leasinggeber am Ende der Leasingzeit verlangen
kann, dass der Leasingnehmer ihm das Fahrzeug zum kalkulierten
Restwert abkauft. Es besteht aber umgekehrt kein Anrecht des
Leasingnehmers das Fahrzeug zu erwerben.

ddp: Und wem das zu teuer ist?

Merk: Natürlich kann ein Gebrauchtwagen eine Alternative darstellen.
Klar ist: Sich wegen eines Autos zu verschulden, ist die schlechteste
aller Möglichkeiten.

ddp: Haben Sie auch schon einmal einen Gebrauchtwagen gekauft?

Merk: Aber selbstverständlich. Mein erster Eigenkauf war ein
gebrauchter Kleinwagen, mit dem ich sehr positive Erfahrungen gemacht habe. Ich habe ihn sehr viele Jahre gehegt und gepflegt - und er hat mich in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit stets treu
begleitet.

(ddp/poh/ton)


 


 

Beate Merk
Verbraucher
Händler
Finanzierung
Verkaufserlös
Pkw
Autokauf
Fahrzeugkauf
Verbraucherschutzministerin
Gebrauchtwagen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Beate Merk" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: