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Asterix auf meefränggisch

Ein fränkisches Autorentrio hat die erfolgreichste Mundartvariante des beliebten Comics entwickelt

Ihrer Liebe zur Mundart haben Kai Fraass, Gunther Schunk und Hans-Dieter Wolf ein Denkmal gesetzt: Ihre Übersetzungen der Abenteuer von Asterix und Obelix ins "Meefränggische" (Mainfränkische) sind längst Kult. Mehr noch: Der erste Band "Tour de Frangn" schaffte es sogar in die Literaturempfehlungen des bayerischen Kultusministeriums, wie der Diplompsychologe Wolf stolz erzählt. Seit Freitag ist nun das vierte Heft "Asterix un die Wengert Scheer" erhältlich.

BUCHEMPFEHLUNG:

In der Übersetzung des Asterix-Originals "Die goldene Sichel" geht es um eine kaputte Winzerschere. Die braucht Miraculix, der "Winzermäster", dringend, um die Zutaten für den Zaubertrank zu ernten, der die "Unnerfrangn" so stark macht. Der mainfränkische Asterix kommt freilich - wie es sich in einer Weinregion gehört - mit "Mädschigg-Schoppe" zu Superkräften, einem Frankenwein im Bocksbeutel.

Auf die Idee zum mainfränkischen Asterix kam Gunther Schunk, Pressesprecher eines Würzburger Medienhauses, Mitte der 90er Jahre, als der erste Mundartband auf schwäbisch erschien. "Da habe ich mal eine Seite übersetzt und eingeschickt", erinnert sich der geistige Vater des mainfränkischen Asterix. Beim Verlag Ehapa stieß das durchaus auf positive Resonanz.

So kam erst 2003 Band eins der "Drilochie" (Trilogie) heraus, die nun ein Prequel erhalten hat. Der vierte Band "ist also eigentlich eine echte Nullnummer", scherzt Fraass. Die wird definitiv die letzte Ausgabe des mainfränkischen Asterix sein, denn das Trio arbeitet mittlerweile an anderen Projekten.

Lokalkolorit als Erfolgsrezept

Insgesamt sind schon 67 Mundartbände von Asterix und Obelix erschienen, darunter auf bayrisch, schwäbisch, hessisch, kölsch, südtirolerisch und sächsisch. Nach Angaben einer Verlagssprecherin sind die mainfränkischen Ausgaben die erfolgreichsten der Reihe, Zahlen jedoch nennt sie nicht.

Den Erfolg macht sicher auch die Art und Weise aus, wie sich das Trio dem Werk von Goscinny und Uderzo nähert. "Bei anderen wird eins zu eins übersetzt, wir nehmen noch Lokalkolorit dazu", sagt Schunk. So gibt es etwa in der aktuellen Ausgabe eine Anspielung auf ein seit Jahren ruhendes Bauprojekt, den Würzburger Hotelturm. Und Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) wird zum "King Tschortschnix".

Bei ihrer Arbeit hatte das fränkische Autorentrio mit manchen sprachlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Denn ein reines mainfränkisch existiert eigentlich gar nicht. Von Ort zu Ort gibt es Riesenunterschiede bei der Aussprache. "So wie wir es schreiben, wird der Dialekt nirgends gesprochen", räumt Wolf ein.

Werkstatt der Autoren war das Büro des Webdesigners und Journalisten Kai Fraass. "Dort haben wir uns sonntagabends beim guten Schoppen getroffen und gemeinsam die Seiten übersetzt", erzählt er. Auf diese Weise dauerte es rund vier Monate, bis der jüngste Band übersetzt war.

(dapd-bay/ Ralph Bauer)


 


 

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