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Was ist eigentlich ein Bartergeschäft?

Gerade in Zeiten knappen oder teuren Geldes ist „bartern“ eine gute Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu tätigen, neue Kunden zu gewinnen und die Liquidität des eigenen Unternehmens zu schonen. Auch zeichnet sich „Barter“ als attraktives Marketinginstrument aus.

Letztlich versteht man unter "Bartergeschäften"  Kompensationsgeschäfte oder ganz banal: Tauschhandel. Zwischen zwei gemeinsam auf dem Markt agierenden Geschäftspartnern gibt es einen Austausch von Warenlieferungen in gleichem Wert, ohne dass für ein einziger Cent Geld über den Tisch geht. 

Es gibt dabei einige Varianten des im Zusammenhang mit so genannten derivativen Switchgeschäften (Warentausch oder Gegengeschäft). In diesem Fall sind sich die Geschäftspartner gegenseitig Lieferant und Kunde. Bartergeschäfte machen allerdings nur Sinn, wenn sie mittel- bis langfristig strategische Vorteile bringen. Wer auf den (schnellen) wirtschaftlichen Vorteil schielt, muss schon etwas zu bieten haben, wonach aktueller Bedarf besteht und der Preis darf auch nicht überzogen angesetzt werden.

Sieht man jedoch den strategischen Vorteil, haben Gegengeschäfte durchaus Potential. So zum Beispiel, wenn ein neuer Kunde an das Unterhmen gebunden werden soll oder ein wichtiger Referenzkunde das Image aufwerten könnte. Auch sind vielversprechende Anschlussgeschäfte ein Grund, neue Möglichkeiten ergeben sich dann auch im Bereich des Cross-Sellings. In diesem Fall bieten Lieferanten oftmals von sich aus Gegengeschäfte an.

Es geht aber auch anders, wenn zum Beispiel ein Vertriebler auf Kundensuche – nehmen wir einen Büromaschinenhändler - zunächst selbst erst einmal als Kunde auftritt, im Laufe der Zeit aber den Kaufabschluss über eine Büromaschine solange hinauszögert, bis der Händler gewillt ist, einen Abschluss, bspw. einer Versicherungspolice zu tätigen.

Das eigene Netzwerk kann sich hier als wahre Goldgrube erweisen, wenn man es schafft, mehr als einen Partner mit in das Tauschgeschäft mit einzubeziehen. Im sogenannten „batering“ oder auch „multilateralen Tauschgeschäft“ wird das Warenangebot und die -nachfrage mehrerer Teilnehmer mit Hilfe eines Abrechngungsservices einer speziellen Bartering-Gesellschaft verrechnet. Das Verfahren nennt sich Barter -Clearing und könnte zum Einsatz kommen, wenn beispielsweise ein Seminarhotel-Betreiber hochwertige Weine von einer Kelterei benötigt, diese wiederum ein günstiges Transportunternehmen sucht und das Transportunternehmen wiederum für ein Kundenevent großzügige Räumlichkeiten in einem Hotel sucht. In so einem Fall besteht die Möglichkeit, dass die eigentlich so unterschiedlichen aber für jeden einzelnen unabkömmlichen Leistungen gegeneinander aufgerechnet werden. 

(Edda Nebel)


 


 

Vorteil
Gegengeschäft
Bartergeschäft
Möglichkeit
Geschäftspartner
Anschlussgeschäfte
Bartering

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3 Kommentare

von abc markets
22.05.10 16:23 Uhr
Natürlich werden Rechnungen gelegt!

Sie haben hier das sicherste Geschäft der Welt, nämlich das Gegengeschäft beschrieben. abc markets ist seit 1986 Verrechnungsstelle für Klein- und Mittelbetriebe. In dieser Funktion werden für sämtliche Mitglieder Verrechnungskonten geführt und die Kunden untereinander vermittelt. Und selbstverständlich legen die Unternehmer untereinander Rechnungen wie bei jedem anderen Geschäft auch und somit ist natürlich auch die Gewährleistung gegeben. Auch werden sämtliche gesetzlichen Rahmenbedingungen selbstverständlich eingehalten.

von abc markets Zentrale
26.05.10 19:37 Uhr
Alltagstaugliche Clearing Geschäfte

Danke für Ihren interessanten Beitrag. Wie bereits im ersten Kommentar beschrieben, findet das Clearing-Geschäft von abc markets in Österreich und Deutschland zwischen mittlerweile rund 2.200 Unternehmen, 360 Branchen, seit rund 25 Jahren und selbstverständlich auf einer gesetzlich geregelten Grundlage statt. Der Vorteil: Durch die Einschaltung eines Verrechnungskontos werden sämtliche Abhängigkeiten von bilateralen Gegengeschäften wie passender Partner, Volumen und Zeitraum ausgeschaltet. Der Käufer kauft bei A. Verbucht wird ein Minussaldo der zu einem beliebiegen Zeitraum an B mit Eigenleistung (Selbstkosten) ausgeglichen wird. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Vorzüge im System, wie maßgeschneiderte Verknüpfung von Angebot und Nachfrage und Erlössicherungen. Und selbstverständlich können nur Rechnungen verbucht werden. Sämtliche Ansprüche eines traditionellen Geschäftes bleiben erhalten. Clearing ist bei abc markets eine Zahlungsart wie Cash, Überweisung oder Kreditkarte. Wenn Sie Fragen haben: [email protected] Mit herzlichen Grüßen.

von TR-Regio
02.05.11 10:07 Uhr
Bartergeschäfte sind übliche Handelsgeschäfte

Leider ist der Artikel schon ca. 1 Jahr als - dennoch sollte der geneigte Leser den Sachverhalt korrekt dargestellt bekommen!

Die Autorin Edda Nebel hat ein sehr interessantes Thema aufgegriffen:
"Bartergeschäfte".

Es gibt verschiedene Varianten der Bartergeschäfte, die als Kompensationsgeschäfte, Offsetgeschäfte, Countertradegeschäfte, Buy Back oder Barter Clearing-Geschäfte bezeichent werden. Jede Variante hat eigenen Regeln und Abwicklungsmodalitäten.
Gerade bei Barter Clearing haben die KMU die Möglichkeit in einem Netzwerk Geschäfte abzuwickeln, sodaß der direkte Tausch von Waren und Leistungen nicht erforderlich ist..
In Deutschland gibt es mehrere Unternehmen (abc markets, BLV,Deutsche Kompensation und pagadoo) die mit unterschiedlichen Konzepten das Barter Clearing mit KMU abwickeln. Wltweit sind derzeit ca. 700 Barterunternehmen, über 10.000 Tauschringe sowie einige hundert Regiogeldsysteme aktiv.

Korrekt wird argestellt, dass Bartergeschäfte gerade für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) eine hervorragende Mögllichkeit bieten, neue Kunden zu gewinnen, zusätzliche Geschäfte zu realisieren und neue Märkte zu erschließen.

Leider völlig unkorrekt wird dem Leser der letzte Absatz des Beitrags dargestellt. Selbstverständlich müssen Unternehmen bei Bartergeschäften eine Rechnung stellen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu 100% erfüllen (Garantie, Gewährleistung, Steuer,etc).
Bartergeschäte werden buchhalterisch und fiskalisch wie jedes andere Geschäft behandelt.

 

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