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Konjunkturprognose

2010 moderates Wachstum erwartet - Transport und Textil mit großen Verlusten

Nach der Rezession aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise befindet sich die südbadische Wirtschaft im Jahr 2010 wieder auf einem moderaten Wachstumskurs. Für das laufende Jahr wird eine eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent erwartet. Das sind 0,1 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.

„Es stimmt hoffnungsvoll, dass sich die leichte konjunkturelle Erholung im März und April 2010 in einem Rückgang der Arbeitslosigkeit niedergeschlagen hat“, stellte Rudolf Kastner, Präsident der Vereinigung Badischer Unternehmerverbände (VBU), anlässlich einer Pressekonferenz am 3. Mai 2010 in Freiburg fest. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im April in Südbaden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,2 Prozent verringert (März: minus 2,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 4,7 Prozent. Damit scheint der Tiefpunkt bei der Entwicklung der Erwerbslosenzahl überwunden zu sein.

Erholungstendenzen in den meisten Wirtschaftsbranchen

In der Bauwirtschaft haben die staatlichen Konjunkturprogramme für einen Aufwärtstrend im öffentlichen Hochbau, im Straßenbau sowie im Tiefbau gesorgt. Hier wuchsen die Umsätze 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent. Auf niedrigem Niveau stabil zeigte sich der Wohnungsbau, der ein geringes Umsatzplus von 1,2 Prozent verbuchte. Dagegen musste im Wirtschaftsbau mit 14,1 Prozent weniger ein massiver Umsatzeinbruch verkraftet werden, der sich voraussichtlich auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. Über alle Sparten hinweg ging der Umsatz in der Bauwirtschaft 2009 um 1,9 Prozent zurück. Für 2010 ist trotz der Konjunkturpakete insgesamt mit einer weiteren leichten Abschwächung der Baukonjunktur zu rechnen.

Südbadischer Einzelhandel hat sich gut behauptet

Im vergangenen Jahr verbuchte die Branche einen Umsatzzuwachs von 2,6 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hat die Konjunktur nach einer zunächst zögerlichen Entwicklung allmählich Fahrt aufgenommen. Zuletzt stiegen die Umsätze im März um fast 4 Prozent. Vor dem Hintergrund eines inzwischen wieder gestiegenen Konsumklimaindex blickt der Handel optimistisch in die Zukunft. Rund 80 Prozent der Betriebe geht von einer gleich bleibenden oder besseren Entwicklung aus, nur 20 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Hotel- und Gaststättengewerbe nur moderat betroffen

So wurde im Regierungsbezirk Freiburg bei der Zahl der Übernachtungen ein Zuwachs um 0,4 Prozent verzeichnet (Stadt Freiburg: plus 1,4 Prozent). Die erzielten Umsätze sanken dabei jedoch real um über 5 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der Beschäftigten um 3,7 Prozent, wobei vermehrt Teilzeitbeschäftigungen angeboten wurden. Im ersten Quartal 2010 musste im Regierungsbezirk bei den Übernachtungen ein Minus von rund 2 Prozent verkraftet werden (Stadt Freiburg: plus 3 Prozent). Im Vergleich zum Hotelgewerbe erzielte die Gastronomie in diesem Zeitraum insgesamt schlechtere Ergebnisse, rechnet jedoch über das Jahr hinweg mit einer stabilen Entwicklung.

Nicht nur in der Landwirtschaft herrscht verhaltene Stimmungslage

Der Abwärtstrend der Erzeugerpreise für Getreide wurde gestoppt und hat sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Bei Milch und Fleisch ist ein leichter Preisanstieg zu verzeichnen. Rinder- und Schweinepreise halten sich stabil auf einem mittleren Preisniveau. Unsicherheit vermitteln die Diskussionen um die Weiterentwicklung der EU-Landwirtschaftspolitik nach 2013. Im Bereich der Agrarexporte ist nach der Finanz- und Wirtschaftskrise eine erste leichte Erholung eingetreten. Hierdurch werden Zeichen für eine Aufhellung der Stimmungslage und eine wieder verbesserte Investitionsbereitschaft gesetzt.

Der Absatz an Spirituosen ging im vergangenen Jahr um etwa 1 Prozent zurück, der Umsatz lag etwa auf demselben Niveau wie im Vorjahr.
Die Textil- und Bekleidungsindustrie musste 2009 einen Umsatzeinbruch um 30,2 Prozent verkraften. Allerdings ist die Talsohle der Krise durchschritten – die Unternehmen zeigten sich bei der Anfang 2010 durchgeführten Umfrage zur Geschäftserwartung optimistisch. Diese Einschätzung wird bestätigt durch die Entwicklung im Januar und Februar 2010: Zwar ist der Umsatz in diesen beiden Monaten im Vergleich zu 2009 insgesamt nochmals um 9,7 Prozent gesunken, doch konnte die Textilindustrie einen Zuwachs von 6,5 Prozent verbuchen.

Im Verkehrsgewerbe kam es nach einem erheblichen Rückgang der Transportnachfrage im Vorjahr auch im Januar und Februar 2010 aufgrund des langen Winters zu keiner Besserung. Erst im März stellten sich bescheidene Erholungstendenzen ein. Zusätzlich gedrückt wird die Stimmung durch den deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise, der eine weitere drastische Verschärfung der Kostensituation zur Folge hat. Nachdem 2009 20 Prozent der Kapazitäten im Schwerverkehr stillgelegt werden mussten, sind die Zukunftserwartungen nach wie vor gedämpft.

(VBU)


 


 

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