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Bayerische Landesbank

Ungarn-Geschäft drückt BayernLB in die roten Zahlen

Wegen unerwartet hoher Belastungen aus dem Ungarn-Geschäft im dritten Quartal hat die Bayerische Landesbank ihre Prognose für das Gesamtjahr kassiert. Noch Ende August hatte der Vorstandsvorsitzende Gerd Häusler für 2011 zwar einen Rückgang des Vorsteuerergebnisses, aber dennoch schwarze Zahlen angekündigt. Diese Prognose ist nun offenbar nicht mehr zu halten, auch weil sich die Entwicklung an den Finanzmärkten im Zuge der sich zuspitzenden Staatsschuldenkrise nicht mehr abschätzen lässt.

Aufgrund des Ungarn-Geschäfts erlitt die BayernLB den Angaben zufolge von Juli bis September einen Vorsteuerverlust von 92 Millionen Euro nach einem Vorsteuergewinn von 95 Millionen Euro im Vorquartal. Hintergrund sei ein unerwartet verabschiedetes Gesetz, das ungarischen Privatleuten die Ablösung von Fremdwährungskrediten ermöglicht. Die ungarische BayernLB-Tochter MKB habe daher Rückstellungen bilden müssen.

Auch griechische Staatsanleihen und Bankenabgabe belasten

Für die ersten neun Monate dieses Jahres weist die Bank zwar ein positives Vorsteuerergebnis von 152 Millionen Euro aus, allerdings liegt das deutlich unter dem Vorjahreswert von 669 Millionen Euro. Diesen Rückgang führte die Bank unter anderem auf Belastungen durch die Abwertung griechischer Staatsanleihen sowie auf die erstmalige Abführung der deutschen Bankenabgabe zurück.

Vorstandschef Häusler gab sich dennoch zuversichtlich: "Das solide Kerngeschäft der neuen BayernLB wurde von bedauerlichen Verlusten in anderen Bereichen überschattet." Im Ergebnis hätten die staatlichen Eingriffe in Ungarn sowie die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise die Bank daran gehindert, die Reihe von zuvor sechs positiven Quartalen fortzusetzen.

Der Freistaat hatte die Landesbank Ende 2008 mit zehn Milliarden Euro vor dem Kollaps bewahrt. Seither versucht die Bank, langsam wieder auf die Beine zu kommen und fokussiert sich auf Kunden im Unternehmens- und Immobilienbereich. Wegen der Krisenhilfe ist bei der EU-Kommission allerdings noch ein Beihilfeverfahren anhängig, an dessen Ende die Kommission Auflagen für die künftige Entwicklung der Bank bekanntgeben wird.

(dapd-bay Ralf Beunink)


 


 

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