Sie sind hier: Startseite München Aktuell News
Weitere Artikel
Sozialbericht

Wohlstand in Bayern trotz Krise leicht gestiegen

Der durchschnittliche Wohlstand der Bayern hat durch die Wirtschaftskrise bislang nicht gelitten. Jedoch ist die Quote der von Armut gefährdeten Menschen leicht gestiegen, wie aus der vom Sozialministerium am Donnerstag im Sozialausschuss vorgelegten Studie "Soziale Lage in Bayern 2011" hervorgeht.

Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sagte: "Bayern steht sehr gut da und ist für zukünftige Herausforderungen bestens gerüstet." Auch von der Industrie gab es Lob. Der Sozialverband VdK hingegen sah die Zahlen als Beleg für "Armutstendenzen in Bayern". Die Opposition kritisierte, für die Einarbeitung in den 240 Seiten starken Bericht nur einen Tag Zeit erhalten zu haben.

Alleinerziehende weiter schlecht gestellt

Der Studie zufolge stieg der sogenannte mittlere Wohlstand im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr inflationsbereinigt um rund ein Prozent auf 1.431 Euro an. Im Jahr 2010 legte das mittlere Nettoeinkommen um weitere rund zwei Prozent zu. Vor allem bei jungen Menschen stieg das Wohlstandsniveau (auf 92 Prozent des Mittelwertes oder 1.317 Euro), bei den über 65-Jährigen lag er im Jahr 2009 bei 89 Prozent oder 1.269 Euro. Alleinerziehende stehen nach wie vor vergleichsweise schlecht da: Bei ihnen beträgt des Einkommen 66 Prozent vom Durchschnittswert oder 939 Euro.

Die Quote der von Armut gefährdeten Menschen stieg zwischen 2003 und 2009 von 13,5 auf 13,7 Prozent. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren nahm in diesem Zeitraum die Zahl der Armutsgefährdeten um 20.000 auf 514.000 Personen zu, bei den Menschen über 65 Jahren um 35.000 auf 405.000. In der dazwischen liegenden Altersgruppe sank die Zahl der Armutsgefährdeten.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, hob hervor, dass die unter 25-Jährigen beim Wohlstand und bei der Arbeitslosigkeit deutlich besser dastünden als im Jahr 2003.

VdK warnt vor Armutstendenzen

VdK-Landeschefin Ulrike Maschner kritisierte hingegen, 448.000 Menschen in Bayern seien trotz Vollzeitbeschäftigung armutsgefährdet. Zudem gebe es bei der Bekämpfung von Altersarmut noch "großen Nachholbedarf". 1,6 Millionen Menschen in Bayern seien arm, davon sind 405.000 Personen über 65 Jahre alt. Jeder fünfte Rentner sei armutsgefährdet.

Nach Ansicht von SPD und Grünen im Landtag hat Haderthauer das Parlament "brüskiert". Bereits einen Tag nach Vorlage des Berichts habe am Donnerstag im Sozialausschuss dessen Debatte auf der Tagesordnung gestanden. Die Freien Wähler im Landtag warfen der Ministerin "Überrumpelungstaktik" vor. Haderthauer entgegnete, der Bericht sei erst am Dienstag Thema im Kabinett gewesen und sie habe "gerade aus Respekt vor dem Parlament" die Daten anschließend im Ausschuss besprechen wollen.

(dapd-bay)


 


 

Sozialbericht
Wohlstand
Krise
Wirtschaftskrise
VdK
Alleinerziehende
Armutstendenzen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Sozialbericht" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: