Sie sind hier: Startseite München Aktuell News
Weitere Artikel
BayernLB

Schadenersatzansprüche gegen Ecclestone werden geprüft

Die Bayerische Landesbank prüft nach der Verurteilung ihres früheren Vorstands Gerhard Gribkowsky Schadenersatzansprüche gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Dafür sei Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft München beantragt worden, erklärte gestern ein BayernLB-Sprecher.

Das Landgericht München hatte Gribkowsky wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Manager hatte Ecclestone beim Verkauf der Formel-1-Rechte der BayernLB auf Kosten der Bank 66 Millionen Dollar zugeschanzt, davon 41 Millionen Dollar als Provision. Insgesamt flossen dann 44 Millionen Dollar als Schmiergeld zurück an Gribkowsky.

Wer darf in die Akten schauen?

Damit hatte die BayernLB selbst jene Mittel aufgebracht, mit denen der Formel-1-Chef den Landesbanker bestochen hatte. Wie der Geldkreislauf genau funktionierte, ist offenbar in den gut 20 Ermittlungsakten dokumentiert. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will Ecclestone die Herausgabe der Unterlagen verhindern und legte über seinen Anwalt Einspruch ein. Nun muss das Amtsgericht München entscheiden, ob das Geldinstitut die Akten erhält.

Gribkowsky, der zurzeit im Gefängnis sitzt, hatte kürzlich über seinen Anwalt verlauten lassen, dass er sich um Wiedergutmachung des Schadens bemüht. Allerdings ist noch unklar, wie Gribkowskys Millionenvermögen, das er in einer Stiftung geparkt hat, zwischen Fiskus und Landesbank aufgeteilt wird.

Ecclestone "treibende Kraft" bei dem Schmiergeldgeschäft

Der Vorsitzende Richter Peter Noll hatte in seiner Urteilsbegründung erklärt, Ecclestone sei die "treibende Kraft" bei dem Schmiergeldgeschäft gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Ecclestone. Ihm droht eine Anklage wegen Bestechung.

Gribkowsky war als Risikomanager der BayernLB dafür zuständig, die Mehrheit an der Rennserie zu verkaufen, die der Landesbank aus der Konkursmasse des Medien-Imperiums von Leo Kirch zugefallen war. In seinem Geständnis hatte Gribkowsky erklärt, Ecclestone habe ihn zum Verkauf an den Investor CVC Capital Partners gedrängt und ihn dafür bezahlt.

Die feine Gesellschaft...

Im Verfahren gegen Gribkowsky hatte Ecclestone zwar die Millionenzahlungen eingeräumt, stellte sie jedoch als Schweigegeld für Gribkowsky dar, der ihn erpresst habe. Der Banker habe gedroht, ihn bei den Steuerbehörden anzuzeigen.

Dem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will auch die Filmfirma Constantin Medien Schadenersatz von Ecclestone und verlangt deshalb ebenfalls Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft. An dem Unternehmen ist Ruth Kirch beteiligt, die Witwe des 2011 gestorbenen Medienmoguls. Constantin argumentiert, dass die Formel-1-Anteile der BayernLB zu billig verkauft worden seien, weil Ecclestone Gribkowsky bestochen habe.

(dapd-bay)


 


 

Ecclestone
Gribkowsky
BayernLB
Schmiergeld
Dollar
Landesbank

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ecclestone" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: