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Transfergesellschaft

Beschäftigungsgesellschaft für Quelle in Bayern kommt

Die Finanzierung einer Beschäftigungsgesellschaft beim insolventen Fürther Versandhändler Quelle ist gesichert. Bei einem Spitzentreffen zwischen Staatsregierung, Arbeitsagentur, Vertretern der Insolvenzverwaltung und Arbeitnehmern von Quelle in der Münchner Staatskanzlei am Dienstag einigten sich die Parteien auf die stufenweise Schaffung einer Transfergesellschaft ab dem 1. Oktober.

"Ich bin sehr froh mit der Lösung, die wir jetzt gefunden haben", sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in München.

Bereits zum 1. Oktober wird für ein Viertel der 1800 von Kündigung
bedrohten Mitarbeiter eine Beschäftigungsgesellschaft zur Qualifizierung und Weitervermittlung auf den Weg gebracht. Dieser erste Schritt werde ausschließlich von Quelle finanziert, sagte Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

In einem zweiten Schritt wird in Zusammenarbeit mit dem Freistaat
Bayern eine Beschäftigungsgesellschaft für die weiteren Beschäftigten
gegründet. Die dazu notwendigen staatlichen Beihilfen müssten jedoch
von der EU genehmigt werden, stellte Seehofer klar. Deshalb werde das
Genehmigungsverfahren bei der EU-Kommission zügig angestoßen, damit
die Beschäftigungsgesellschaft zum 1. Januar stehen könne. Seehofer äußerte sich optimistisch, dass die EU die nötigen Beihilfen genehmigt.

Quelle-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ernst Sindel zeigte sich erfreut über die gefundene Stufenlösung: "Wir haben einen ersten ganz wichtigen Schritt geschafft." Da bereits zum 19. und zum 26. September die ersten Quelle Technik Center geschlossen würden, sei für die betroffenen Beschäftigten schnell eine Lösung nötig gewesen. Er sei zuversichtlich, dass das bayerische Modell auch für andere Bundesländer Vorbild sein könnte. Von einer "Signalwirkung "für andere Bundesländer sprach auch die Quelle-Betriebsrätin für Nürnberg, Beate Ulonska.

Über die Beträge, die zur Finanzierung der Transfergesellschaft
benötigt werden, wollte keiner der Beteiligten Angaben machen. "Ich
will keine Zahlendiskussionen", stellte Seehofer klar. Ein wahlkampftaktisches Manöver schloss er jedoch kategorisch aus. Der
Kompromiss werde fraktions- und parteiübergreifend vom bayerischen
Landtag getragen, sagte er.

Die Beschäftigungsgesellschaft soll den Angaben zufolge bis zum 31. März 2010 laufen. In den kommenden Tagen sollen die ersten Kündigungen verschickt werden. Seehofer kündigte darüber hinaus bis Ende des Jahres einen Strukturplan für die Region Nürnberg-Fürth an, um die strukturelle Situation der mittelfränkischen Region zu verbessern.

(ddp)


 


 

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