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Bezahlysteme

Kunden durch Vielzahl mobiler Bezahlsysteme im Handel überfordert?

Der Hype rund um das mobile Bezahlen mit Smartphone und Co. setzt viele Unternehmen in Deutschland unter Druck. Immerhin sehen 45 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland mobile Bezahlfunktionen als größten Innovationstreiber an.

Mobile Zahlungsfunktionen werden auch im Handel immer wichtiger. Das bestätigen aktuelle Initiativen deutscher Lebensmittelhändler. Immerhin sehen 45 Prozent der Handelsunternehmen in Deutschland mobile Bezahlfunktionen mit Smartphone oder Tablet-Computer als größten Innovationstreiber an - deutlich mehr als in anderen Branchen. Das sind Ergebnisse des „Managementkompass Neue Geschäftsmodelle“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Es gibt noch nicht DIE eine Lösung

Der Hype rund um das mobile Bezahlen mit Smartphone und Co. setzt viele Unternehmen in Deutschland unter Druck. „Alle Marktteilnehmer sind überzeugt davon, dass Mobile Payment ein stark wachsender Markt ist“, sagt Frank Schipplick, Finanzexperte bei Steria Mummert Consulting. Doch damit hört die Klarheit schon auf. „Niemand hat eine klare Vorstellung davon, welche Lösung in der Praxis die richtige ist und wie die beste mobile Strategie für das eigene Unternehmen aussieht“, erklärt Schipplick. Aus dieser Not heraus versuchen sich viele Firmen an eigenen Insellösungen. Zum Beispiel entwickeln die meisten Mobilfunk-Netzanbieter derzeit eine eigene elektronische Geldbörse, eine sogenannte Wallet.

NFC ganz oben auf der Versuchsliste

Im Handel wollen die Firmen die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets für ihre Zwecke nutzen. 50 Prozent der Handelsunternehmen planen laut dem „Managementkompass Neue Geschäftsmodelle“ von Steria Mummert Consulting, in neue Bezahlmethoden zu investieren. Ganz oben auf der Liste stehen zum Beispiel Investitionen in Near-Field-Communication (NFC) , die das schnelle kontaktlose Bezahlen im Vorbeigehen ermöglicht.

Netto versucht sich im Alleingang

Einige Handelsunternehmen versuchen sich im Alleingang an Mobile-Payment-Lösungen. Ein aktuelles Beispiel ist der Lebensmitteldiscounter Netto, der eine eigene App zum mobilen Bezahlen entwickelt hat. Diese Insellösung funktioniert jedoch nur in den eigenen Märkten. Doch der durchschnittliche Deutsche deckt seinen täglichen Bedarf in mehr als neun Einkaufsstätten ein. Würde jede davon eine eigene App oder andere mobile Bezahlmethode entwickelt, müsste der Kunde eine Vielzahl an Accounts verwalten.

„Aus Sicht der Verbraucher ist das Angebot an Mobile-Payment-Lösungen derzeit zu undurchsichtig. Viele mobile Bezahllösungen sind nicht attraktiv und haben eine geringe Akzeptanz“, sagt Schipplick. Eine „historische" Analogie sind Kundenkarten. Nach einem anfänglich großen Interesse sank später die Akzeptanz vieler individueller und kleiner Lösungen. „Es folgte eine Konsolidierung , bei der sich einige große Anbieter mit vielen Akzeptanzstellen wie beispielsweise Payback durchsetzten“, sagt Frank Schipplick von Steria Mummet Consulting.

Erfolg hängt von der Bereitschaft zur Standardisierung ab

„Ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine größere Verbreitung von Mobile Payment ist die Bereitschaft der Marktteilnehmer zur Standardisierung. Handelsfirmen, Banken, Zahlungsdienstleister und Mobilfunkanbieter müssen geeignete Partnerschaften prüfen, um sich bei einer möglichen Konsolidierung richtig im Markt positionieren zu können“, rät Mobile-Payment-Experte Schipplick.

Quelle: Steria-Mummert

(Redaktion)


 


 

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