Sie sind hier: Startseite München Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
Stromversorgung

Preiserhöhungen und Milliardeninvestition in Netzausbau und erneuerbare Energien

Die Kunden der Stadtwerke müssen sich auf weiter steigende Preise einstellen. Grund seien die hohen Kosten durch die Energiewende, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke-Holding Thüga, Ewald Woste, am Montag auf der Bilanz-Pressekonferenz in München.

Die Thüga-Gruppe, zu der etwa 90 kommunale Versorger gehören, werde bis zum Jahr 2020 eine Milliarde Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren, kündigte Woste an.

In diesem Jahr will die Thüga 100 bis 150 Millionen Euro für den Erwerb weiterer Windparks ausgeben. Bereits 2011 hatte die Gruppe zwei Anlagen mit einer Gesamtleistung von 90 Millionen Kilowattstunden im Jahr gekauft. Außerdem will die Thüga in diesem Jahr 500 Millionen Euro in Bioenergien stecken. Enorme Kosten werde auch die Modernisierung des 26.000 Kilometer langen Stromverteilnetzes verursachen. Bis 2020 müsse die Thüga dafür 1,9 Milliarden Euro aufwenden.

Um den Energiebedarf in Deutschland langfristig zu sichern, fordert Woste eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Versorger müssten sowohl erneuerbare als auch konventionell erzeugte Energie anbieten. Wenn ein Unternehmen das allein nicht könne, müsse es sich mit einem anderen zusammenschließen, schlägt der Thüga-Chef vor. Einen entsprechenden Vorschlag werde die Gruppe in die politische Diskussion einbringen.

Thüga interessiert sich für E.on-Regionalversorger

Die Thüga-Gruppe erwägt eine Übernahme der bisherigen Regionalversorger von E.on: E.on Mitte, E.on Thüringer Energie und E.on Westfalen Weser. Die Stadtwerke der jeweiligen Region würden einen solchen Schritt prüfen, sagte Woste. Ziel sei es, "unsere kommunalen Unternehmen zu stärken". E.on hatte vor einer Woche mitgeteilt, sich von den Regionalversorgern zu trennen.

Die Thüga gehörte früher selbst der E.on. Im Sommer 2009 verkaufte der Energiekonzern die Stadtwerke-Holding an ein kommunales Konsortium.

Die Stadtwerke-Holding strebt laut Woste in naher Zukunft außerdem eine milliardenschwere Kapitalerhöhung an. Bis zu 25,1 Prozent an der Thüga könnten an einen Investor verkauft werden. Es gebe Interessenten aus dem Bereich der große Versicherungen und Pensionskassen, sagte der Vorstandschef. Von der erwarteten Einnahme in einstelliger Milliardenhöhe sollte ein hoher dreistelliger Millionenbetrag zusätzlich in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen. Außerdem seien weitere Beteiligungen an Stadtwerken geplant.

Im vergangenen Jahr erzielte die Thüga einen Überschuss von 296 Millionen Euro. Gegenüber 2010 ist dies ein Plus von 6,5 Millionen Euro. Der Umsatz der Thüga-Beteiligungen stieg um 1,2 Milliarden auf 21,3 Milliarden Euro.

(dapd-bay Sebastian Heise)


 


 

Strompreise
Teuer
Thüga
Woste
Stadtwerke
Bioenergien
Versorger
Regionalversorger
Gruppe

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Strompreise" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: