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Bonner Bombentasche

Karlsruhe zieht in Bonn Ermittlungen an sich - BKA bildet Ermittlungsgruppe

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall der am Hauptbahnhof Bonn abgestellten Bombentasche an sich gezogen. Das Bundeskriminalamt (BKA) ist von der Karlsruher Strafverfolgern nunmehr damit beauftragt worden, eine Ermittlungsgruppe zu bilden. Vorangegangen waren Analysen von Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes NRW in Düsseldorf.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hat ein männlicher Täter die Bombentasche mit einer zündfähigen Sprengvorrichtung auf dem Bahnsteig am Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs abgelegt.

Nach den vorläufigen kriminaltechnischen Untersuchungen des Düsseldorfer LKA bestand die Sprengvorrichtung in der ablgelegten Tasche aus einem ungefähr 40 Zentimeter langen Metallrohr, welches zündfähiges Ammoniumnitrat enthielt und mit vier Druckgaspatronen umwickelt war, sowie einem Wecker und verschiedenen Batterien, die als Zündvorrichtung dienen sollten.

WDR: Zünder hat ausgelöst

Laut einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) soll der Zünder des Sprengsatzes ausgelöst haben. Die Kölner Polizei bezeichnet dies hingegen als eine von mehreren Ermittlungsthesen, die erst noch einer abschließenden Bestätigung durch die LKA-Analysen bedürfe. Warum der Sprengsatz letztlich nicht detonierte, muss laut Bundesanwaltschaft noch geklärt werden. In Frage kommt hierbei, dass der Sprengsatz fehlerhaft zusamengebaut wurde.

Als gesichert gilt hingegen , dass einer der Gesuchten aus Bonn über Verbindungen in radikal-islamistische Kreise verfügt. Zuvor hatte man auch allgemeine Kriminalität nicht ausgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe spricht in diesem Zusammenhang von "belastbaren Hinweisen". Wie diese Informationen gewonnen worden sind, ist bislang unklar. Seit dem Fund der Bombentasche tragen allerdings auch die Nachrichtendienste ihre Informationen rund um die Szene zusammen. Inzwischen gingen zudem mehrere hundert Hinweise ein, nachdem die Polizei in den vergangenen Tagen Material aus der Videoüberwachung eines Schnellrestaurants am Bahnsteig veröffentlicht hatte (business-on.de berichtete). Über 20 Ermittler werten zugleich im Kölner Polizeipräsidium Videomaterial aus nahezu allen zur Verfügung stehenden Quellen aus.

Bundesanwaltschaft: Versuchter Anschlag von Terror-Vereinigung

Die Bundesanwaltschaft wertet den Fall juristisch als "versuchten Sprengstoffanschlag einer terroristischen Vereinigung" radikal-islamistischer Prägung. Die Karlsruher Strafverfolger verfolgen einen Gesuchten daher als Mitglied einer terroristischen Vereinigung, der das Ziel hatte, einen Sprengstoffanschlag zu verüben.

Die weiteren Ermittlungen liegen nun im Verantwortungsbereich der Staatsschutzstelle des Bundeskriminalamtes (BKA). Das BKA hat am Freitag mit dem Aufbau einer eigenen Organisation begonnen und versucht die Gesuchten, Zeugen und mögliche Tatbeteiligte aufzuspüren. Die Polizeipräsidien Bonn und Köln bleiben auch weiterhin an der Fahndung beteiligt. 

Bislang sind die genauen Rollenverteilungen der Akteure rund um den Bombenfund an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs noch unklar. Klarheit hierzu werden die weiteren Ermittlungen und die Befragungen von Zeugen oder auch Familienangehörigen in den kommenden Tagen und Wochen schaffen.

(Red. / oy)


 


 

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