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Twitter-Bots

Maschinen erobern die sozialen Medien

US-Forscher arbeiten derzeit an einer neuen Generation von Twitter-Bots, automatisierten Accounts also, die eigenständig Tweets veröffentlichen und Follower sammeln. Die sogenannten Socialbots sind laut Aussage mehrere Experten kaum mehr von echten Menschen zu unterscheiden.

In einem Experiment konnten die automatischen Twitteranten nicht nur jeweils einige Dutzend Follower generieren und Konversationen in Gang setzen, sondern auch die Kommunikation unter ihren menschlichen Twitter-Partnern verbessern.

"Solche Entwicklungen lassen mich erschaudern. Das Gespräch, die Grundlage der sozialen Medien, darf nicht auf der Strecke bleiben", sagt Social-Media-Berater Ed Wohlfahrt.

Gefolgschaft wächst schnell

Die Forschungen zu den Socialbots haben im Rahmen des Web Ecology Project begonnen. Dort haben Wissenschaftler während eines Wettbewerbs um die größte Twitter-Gefolgschaft festgestellt, dass automatisierte Twitter-Accounts gut geeignet sind, um Follower zu generieren. Mittlerweile haben einige Forscher ein eigenes Unternehmen gegründet, um die gesprächigen Programme weiterzuentwickeln und zu studieren.

Der erste Forschungsbericht kommt zu einigen interessanten Schlussfolgerungen: In einem Experiment haben die Wissenschaftler die Aktivitäten von 2.700 Twitter-Accounts über einen Zeitraum von 54 Tagen verfolgt. Diese Gruppe wurde ab Tag 34 in kleinere Einheiten zu 300 Twitteranten aufgeteilt.

Jedem dieser Klein-Rudel wurde ein Socialbot zugewiesen, der einfache Aufgaben wie das Retweeten von Nachrichten oder das Antworten von Tweets unter Nennung eines weiteren Accounts übernahm. Nach 21 Tagen hatte jeder Socialbot im Schnitt 62 Follower angezogen und 33 Tweets in Form von Retweets oder Nennungen generiert.

Einfluss auf Menschen

Außerdem änderte sich durch die Aktivität der Socialbots auch das Verhalten zwischen den menschlichen Twitter-Usern in den jeweiligen Gruppen. Die Anzahl der Follows nahm im Vergleich zur Zeit ohne Maschinen um durchschnittlich 43 Prozent zu.

"Die gesteigerte Interaktion zwischen den Menschen ist zwar grundsätzlich positiv, die Automatisierung fällt für mich trotzdem in die Kategorie 'Perversion'. Der persönliche Kontakt geht verloren und es ist zu befürchten, dass Agenturen, die ja teilweise gezwungen sind neue Follower zu generieren, die Twitter-Automaten zu Marketingzwecken missbrauchen", plädiert Wohlfahrt für eine Rückbesinnung auf die Grundwerte der sozialen Kommunikation.

(FN)


 


 

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