13.10.2009  08:40 Uhr

Arbeitslosigkeit Hochqualifizierter
Brossardt: Gute Bildung bleibt bester Schutz vor Arbeitslosigkeit!

München. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht in der veröffentlichten Studie des DGB zur Arbeitslosigkeit Hochqualifizierter viele Tatsachen verdreht.

Erstens negiere die Untersuchung, dass eine umfassende und gute Ausbildung immer noch der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist. Dies zeigten die absoluten Zahlen, so Bertram Brossardt. "Es gibt 1,8 Millionen Menschen mit Hauptschulabschluss oder ganz ohne Schulabschluss, die arbeitslos oder auf Hatz IV-Leistungen angewiesen sind. Die Zahl der Menschen mit Hochschulreife in diesem Rechtskreis liegt hingegen nur bei rund einem Viertel dieses Werts." Brossardt empfahl, sich bei der Beurteilung der Fragen an diesen absoluten Zahlen zu orientieren. "Diese sind aussagekräftiger als die prozentualen Steigerungen der DGB-Studie, die von einem jeweils völlig unterschiedlichen Ausgangsniveau ausgehen."

Zweitens verkenne die Untersuchung, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland trotz der schlimmsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik bislang nur moderat gestiegen sei, und zwar über alle Bildungsgruppen hinweg. Brossardt: "Die Tatsache, dass wir lediglich 250.000 Arbeitslose mehr haben als vor einem Jahr, ist angesichts der Tiefe der Rezession ein Wunder. Dieser Umstand ist nicht zuletzt den großen Anstrengungen der Unternehmen geschuldet, die versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen, vor allem mit Kurzarbeit, Arbeitsplätze zu halten. Hierauf müsste man stolz sein anstatt die Lage schlecht zu reden."

Am schlimmsten ist für Brossardt aber, dass die Studie das völlig falsche Signal setzt. "Angesichts der Äußerungen des DGB könnte man glatt meinen, es sei schädlich, wenn man sich um eine gute Ausbildung bemüht. Das verunsichert Gymnasiasten und Studierende zutiefst und leistet daher keinen qualifizierten Beitrag zur Bewältigung der Probleme auf dem Arbeitsmarkt."

Brossardt betonte, es müsse ein zentrales Ziel der neuen Bundesregierung sein, Deutschland als Top-Bildungsstandort weiter auszubauen. "Gute Bildung und Ausbildung verhindern Arbeitslosigkeit. Eine gute Bildungspolitik ist daher die beste Sozialpolitik. Gleichzeitig müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern, damit die Wirtschaft auf den Wachstumspfad zurückkehren kann. Dazu gehört eine umfassende Reform des Steuerrechts ebenso wie eine Senkung der Lohnzusatzkosten und Erleichterungen im Arbeitsrecht. Dann können die Unternehmen ihre Arbeitsplätze halten und neue schaffen." Die Gewerkschaften rief er auf, Politik und Wirtschaft auf diesem Weg konstruktiv zu unterstützen.


 

(lifepr / Redaktion)

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