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Das nächste Geld - Die zehn Fallgruben unseres Geldsystems

Journalist Christoph Pfluger zeigt in seinem Buch "Das nächste Geld", warum unsere Geldwirtschaft in ihrer bestehenden Form nicht zu retten ist. Die "Wertschöpfung" durch die Banken trägt zu Ungleichgewichten bei, die zu massiven Konflikten führen. Nur korrekte Information kann zu einer sinnvollen, demokratischen Reform verhelfen.

Der überwiegende Teil des Geldes – rund 85 Prozent – wird heute durch die Kreditvergabe  der privaten Banken erzeugt. Sie verleihen nicht das Geld der Sparer, sondern schöpfen Geld, das es vorher nicht gegeben hat.Dabei entsteht einerseits ein gleich bleibendes Guthaben, das in Zirkulation geht und eine Forderung, die mit der Zeit wächst. Dieser Mechanismus der privaten Geldschöpfung aus dem Nichts gegen Zins führt zu einer Reihe von systemischen Schwierigkeiten.

1. Rechtsunsicherheit: Obwohl Teil der meisten Verträge und Gesetze gibt es keine juristisch klaren Definitionen von Geld. Die gebräuchlichste Form, das Giraldgeld, ist nicht einmal gesetzliches Zahlungsmittel, sondern nur eine Forderung darauf.

2. Mangelnde Kontrolle: Die Geldschöpfung durch die privaten Banken wird faktisch nicht kontrolliert. Die Banken melden post factum die neu geschöpften Gelder der Zentralbank und beschaffen sich, falls überhaupt nötig, die erforderliche Mindestreserve von 2.5 Prozent (in der Eurozone 1 Prozent)

3. Positive Rückkopplung: Die Geldschöpfung durch die privaten Banken wirkt prozyklisch, anstatt antizyklisch. In Boomphasen wird die Geldschöpfung beschleunigt, in Krisenzeiten gebremst.

4. Benachteiligung der Nachhaltigkeit: Durch den Zins hängt der Geldwert von der Zeit ab. Unser Geld bevorzugt den schnellen Profit gegenüber dem nachhaltigen Nutzen. Langfristige ökologische Investitionen werden benachteiligt.

5. Wachstumszwang: Weil mit jedem Geldschöpfungsakt (Kreditvergabe) nicht nur eine bestimmte Menge neuen Geldes entsteht, sondern auch eine mit der Zeit grösser werdende Forderung, muss die Finanzwirtschaft die entstehende Lücke nach dem Schneeballprinzip mit immer neuen Krediten schliessen. Dies erzeugt einen Wachstumszwang, der bei Nichterfüllung schliesslich zum Zusammenbruch des Geldsystems führt. Ein Geld aus Schulden, die nicht bezahlt werden, verliert jede ökonomische und juristische Grundlage.

6. Bevorzugung der Finanzwirtschaft: Weil Wachstum in der Realwirtschaft begrenzt ist, fliesst der überwiegende Teil der neu geschöpften Gelder in die Finanzwirtschaft, wo sie keine Werte schaffen, sondern nur für eine Erhöhung der Preise für Anlagegüter und Wertpapiere sorgen.

7. Inflation: Weil das Wachstum der Kreditgeldmenge der Produktion der Realwirtschaft und der nominalen Wertsteigerungen in der Finanzwirtschaft immer vorauseilt, entsteht systemische Inflation. Die Profiteure dieser Entwicklung sind die Erstbezüger der neuen Gelder (die Kreditwürdigen), die noch zu den alten Preisen einkaufen können.

8. Zunehmender Wettbewerb: Weil aus systemischen Gründen immer zu wenig Geld da ist, um alle Forderungen zu begleichen und sich die Lücke fortwährend vergrössert, verschärft sich auch der Konkurrenzkampf um das ständig zu knappe Tauschmittel laufend. Er hat inzwischen die Kinderkrippen erreicht.

9. Umverteilung: Weil der Zins infolge der privaten Geldschöpfung gewissermassen in unser Geld eingebaut ist, zahlen wir mit jeder Transaktion auch verborgenen Zins, im Durchschnitt rund 30 Prozent. Diese Umverteilung fliesst von den Arbeitenden zu den Vermögenden, welche über die für die Geldschöpfung notwendige Kreditwürdigkeit verfügen.

10. Verschiebung der Risiken: Die unvermeidlichen systemischen Risiken der zinsbasierten Geldschöpfung durch die privaten Banken werden durch die Zentralbanken, die Politik und globale Finanzinstitutionen so lange verschleiert, bis sie zu gross sind, um mit legalen Mitteln entschärft werden zu können. Anstatt die Probleme jetzt zu lösen, verschiebt sie unser Geldsystem in die Zukunft.

(Redaktion)


 


 

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Christoph Pfluger

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