Buchmarkt
Deutsche bleiben Bücherwürmer
München. Computer hin, Fernseher her – das Lesen von Büchern ist auch im digitalen Zeitalter eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.

Das Lesen von Büchern ist auch im digitalen Zeitalter eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
Eine aktuelle Analyse der GfK Panel Services zeigt: Rund 36 Millionen Deutsche kauften im letzten Jahr Bücher. Und nicht nur eines. Im Schnitt erwarb jeder Kunde über das Jahr verteilt 11 Bücher und gab dafür rund 110 Euro aus. Schulbücher und Fachliteratur nicht mitgerechnet.
Gute Nachrichten für die Verlagsbranche im Vorfeld der Leipziger Buchmesse: Im Krisenjahr 2009 kauften die Deutschen rund 400 Millionen Bücher und damit 2 Prozent mehr als noch 2008. Die Begeisterung für das Medium Buch ist ungebrochen, Tendenz sogar steigend. Im letzten Jahr legte die Zahl der Buchkäufer ebenfalls um 2 Prozent zu. Die Deutschen lassen sich ihre Leselust auch einiges kosten. Knapp 4 Milliarden Euro gaben sie im letzten Jahr für Bücher aus. Insgesamt rund 3 Prozent mehr als im Jahr 2008. Hinzu kommen noch erhebliche Umsätze von staatlichen Einrichtungen wie Bibliotheken und für den Schul- und Fachliteraturbedarf sowie die Buchkäufe ausländischer Mitbürger.
Bücher auch für Jüngere interessant
Die Leselust der jüngeren Generationen hat in den letzten Jahren nicht nachgelassen. Erfolgstitel wie Harry Potter oder aktuell die
Bis(s)-Reihe von Stephenie Meyer beflügeln das Interesse am Medium Buch. Dies zeigt auch eine altersbezogene Analyse der Buchkäufe im Lauf der letzten fünf Jahre. Auf die Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen entfallen konstant 4 Prozent der gekauften Menge. Auch die 20- bis 29-Jährigen halten in diesem Zeitraum mit 11 Prozent der gekauften Bücher ihren Anteil konstant.
Deutlich weniger Bücher landen hingegen im Einkaufskorb der 30- bis 39-Jährigen. Lag der Anteil im Jahr 2005 noch bei 20 Prozent, sind es aktuell nur noch 16 Prozent aller Bücher. Gleichzeitig steigt in dieser Altersgruppe die Nachfrage nach elektronischen Medien wie Games und Filmen. Nicht unbedingt nur für den Eigenkonsum, oft sind es Geschenke für die eigenen Kinder.
Hingegen erwerben die Deutschen über 50 Jahre mehr Lesestoff als früher. Auffällig ist bei ihren Einkäufen ein nicht unerheblicher Anteil an Kinder- und Jugendbüchern. Während die Eltern vermehrt elektronische Medien an ihre Kinder verschenken, gleichen die Großeltern dies mit dem Kauf von Kinder- und Jugendliteratur wieder aus. Eines zeigt sich quer durch alle Altersklassen: Für die Deutschen sind Bücher immer noch das ideale Präsent. Fast ein Viertel aller gekauften Titel werden verschenkt.
Bücher dominieren im Entertainment-Markt
Im Vergleich zu anderen Bereichen des Entertainment-Marktes wie Kino, Musik, Computer-Games und Filme zum Kaufen oder Ausleihen geben die Deutschen schon seit Jahren rund 40 Prozent und damit den Löwenanteil ihres Unterhaltungs-Budgets für Bücher aus. Bei den Inhalten der Bücher tritt der Unterhaltungsaspekt immer stärker in den Vordergrund. Während im Jahr 1999 noch 54 Prozent der Buchumsätze auf Infotainment, also Information entfielen, sind es heute nur noch 38 Prozent. Wertmäßig legte der Anteil der Bücher mit Entertainment-Inhalten in diesem Zeitraum um 43 Prozent zu, Infotainment verlor hingegen 24 Prozent an Umsatzvolumen. Reine Information holen sich die Deutschen mittlerweile immer häufiger kostenfrei aus dem Internet.
Stöbern in Buchhandlungen, gezielter Kauf im Internet
Das Internet wird für die Verlage gleichzeitig zu einem immer bedeutenderen Vertriebskanal. Im letzten Jahr entfielen bereits 21 Prozent der Buchumsätze auf Online-Kanäle, 7 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2005. Während in Buchhandlungen ein Großteil der Kaufentscheidungen beim Stöbern gefällt werden, suchen die Deutschen im Internet nach speziellen Titeln. Mehr als Zweidrittel der im Internet erstandenen Bücher sind gezielte Einkäufe.
(gfk)
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