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Elektroschlacke-Deponie

Bürger demonstrieren gegen geplante Elektroschlacke-Deponie

Rund 300 Bürger aus den nordschwäbischen Gemeinden Holzheim und Münster haben am Dienstagnachmittag in Augsburg bei der Regierung von Schwaben gegen eine Elektroschlacke-Deponie demonstriert. Sie übergaben dem schwäbischen Regierungspräsidenten Karl Michael Scheufele eine Resolution gegen die geplante Deponie in Meitingen-Herbertshofen. Schließlich seien schon genügend geeignete Deponien vorhanden, eine neue Deponie sei nicht nur gefährlich, sondern auch unnötig, hieß es.

Bereits vor zwölf Jahren hatte es serienweise Prozesse und Proteste gegen das Vorhaben der Lech-Stahlwerke gegeben. Damals waren die Deponie-gegner nach jahrelangem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgerichtshof in München zwar gescheitert. Dann war es aber zu einer scheinbaren Erlösung für die Anwohner gekommen, die Angst vor einem Austritt von Schwermetallen ins Grundwasser haben. Bergeweise wurde die bläulich schimmernde Elektroschlacke, die bei der Stahlproduktion anfällt, beim Straßenbau als Wertstoff für den Unterbau der Fahrbahnen eingesetzt. So war es auch beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 8 zwischen Augsburg und München geplant. Doch dann gab es erhebliche Probleme mit dieser Schlacke beim Ausbau der B 2.

"Damals sind Schwermetalle wegen der unsachgemäßen Verarbeitung ins Grundwasser gelangt", sagte der Holzheimer Unternehmer und Schlackendeponie-Gegner Josef Unsinn am Dienstag. Er hat seine metallverarbeitende Firma kurzerhand für die Zeit der Demonstration in Augsburg zugesperrt und seine Mitarbeiter mit in die Bezirkshauptstadt genommen. "Wir haben dann jahrelang nichts mehr von den Lech-Stahlwerken gehört und dachten, die Berge von Akten können wir getrost verbrennen".

Kurz vor Ablauf der fünfjährigen Gültigkeit der Genehmigung der Deponie hat der Stahlkonzern allerdings ein sogenanntes Polangenehmigungsverfahren beantragt. Die Deponie soll nun doch noch gebaut werden und das wollen sowohl die Bürgermeister der beiden Gemeinden als auch zahlreiche Bürger verhindern.

Am Donnerstag wollen die Gegner ihre Proteste gegen die Deponiepläne vor dem Umweltministerium in München fortsetzen.

(Redaktion)


 


 

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