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„Car-to-X Communication“

Technologische Revolution im Automotive-Sektor

Der technologische Fortschritt erreicht inzwischen auch die Automobilbranche – das „vernetzte Fahrzeug“ kommt, und es kommt mit großen Schritten. Was wir bisher nur aus anderen Branchen kennen, wird zukünftig die Automobilindustrie nachhaltig revolutionieren.

Doch was wird unter „Connected Car“ eigentlich verstanden und welche Chancen/Risiken ergeben sich hierdurch für die Automobilhersteller? Werden am Ende sogar branchenfremde Player den Markt dominieren?

Fahrzeuge interagieren mit der Umwelt

Seit Jahrzehnten wurde dem Automobil im Straßenverkehr nur eine Funktion zuteil, es diente Menschen als Beförderungsmittel, um sie von Punkt A nach Punkt B zu bringen. Dabei bildeten Fahrzeug und Mensch eine für sich isolierte Einheit, die im Straßenverkehr keine Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Verkehrsteilnehmern vorsah. Car-to-X Communication ist der Oberbegriff für eine neue Technologieentwicklung in der Automotive-Branche, die zukünftig die Interaktion von Fahrzeugen untereinander (Car-to-Car Communication) und zwischen Fahrzeug und der Infrastruktur (Car-to-Infrastructure) ermöglichen wird.

Prinzipiell basiert das Konzept auf der Idee, einzelne Datenpakete (Fahrzeug- und Bewegungsdaten) zwischen den im näheren Umfeld befindlichen Akteuren des Straßenverkehrs auszutauschen, um letztendlich einen gefahrloseren und effektiveren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Zukünftig soll das vernetzte Fahrzeug in der Lage sein, akute Gefahrenmeldungen/-situationen von vorausfahrenden Fahrzeugen zu empfangen, den Fahrer zu informieren und entsprechende Ausweichrouten innerhalb von wenigen Sekunden zu bestimmen. Ein weiteres Anwendungsszenario ist die Interaktion zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur. Mit Hilfe von Parkleitsystemen werden dem Fahrer beispielsweise freie Parkplätze im urbanen Raum angezeigt, die er dann mit Hilfe von Navigationssystemen ansteuern kann.

Car-to-X Communication beinhaltet aber nicht nur die Interaktion zwischen Car-to-Car oder Car-to-Infrastructur. Zukünftig sind Schnittstellen in alle Bereiche des alltäglichen Lebens denkbar und bieten eine Vielzahl an unterschiedlichen Anwendungsszenarien.

Herausforderungen für die OEM´s

Theoretisch sind Car-to-X Communication somit keine Grenzen gesetzt. Fraglich ist jedoch, ob und inwieweit bei den Endnutzern eine entsprechende Akzeptanz für die neue Technologie geschaffen werden kann, um einen Markt für Car-to-X Communication entstehen zu lassen. OEM´s (Original Equipment Manufacturer) sollten aus diesem Grund den klaren Nutzen beziehungsweise Mehrwert solcher Systeme und Anwendungen aufzeigen und in Verbindung mit neuen, innovativen Geschäftsmodellen eine entsprechende Zahlungsbereitschaft auf Kundenseite schaffen.

Umsatzvolumen im dreistelligen Milliardenbereich erwartet

Sofern dies gelingt, rechnen Studien und verschiedene Beratungsfirmen zukünftig mit einem Umsatzvolumen im dreistelligen Milliardenbereich für Car-to-X Communication. Doch die neue Technologie stellt die OEM´s vor große Herausforderungen. Branchenfremde Player, insbesondere aus der Informations-/Telekommunikationsindustrie und der Consumer-Electronics Branche, drängen in den Automotive-Sektor und platzieren sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette .

Vor allem kurze Innovationszyklen, das notwendige Know-how über die komplexe Technologie im Bereich Car-to-X Communication und schnelle Time-to-Market Zyklen verschaffen diesen Playern einen klaren Vorteil gegenüber den OEM´s. Kooperationen und die Schaffung von Standards im Markt können ein Mittel sein, um den gegenwärtigen Wettbewerbsnachteil und das fehlende Know-how langfristig zu kompensieren.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Car-to-X Communication ein breites Spektrum an Anwendungsszenarien bietet und die Mobilität, wie wir sie bisher kennen, revolutionieren wird. Neue Technologien und Features erhöhen die Sicherheit und die Effizienz im Straßenverkehr und ermöglichen die Interaktion mit der Fahrzeugumwelt. Es wird interessant zu beobachten sein, welcher Automobil-hersteller als erstes den neuen Herausforderungen des Marktes gewachsen sein wird und entsprechende Produkte/Services anbieten kann. 

(Ben Milz)


 


 

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