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Mit schlechtem Beispiel voran

Von den schlimmsten CEOs 2011 für die Zukunft lernen

Zu Jahresbeginn ist es durchaus eine sinnvolle Übung für Geschäftsführer, sich aufmerksam die von anderen CEOs begangenen eklatanten Fehler des vergangenen Jahres anzuschauen.

Sydney Finkelstein, Autor von „Why Smart Executives Fail” und Management-Professor an der Tuck School of Business in Dartmouth, hat die schlimmsten CEOs des Jahres 2011 ausgewählt und beschreibt deren Verfehlungen.

1. Die früheren Co-CEOs Mike Lazaridis und Jim Balsillie von Research in Motion (RIM)

CEO-Fehlverhalten: nicht anpassungsfähig, Co-CEO-Struktur

Das kanadische Unternehmen RIM designt, produziert und vermarktet das BlackBerry, eines der beliebtesten Smartphones der Welt. Und doch waren die beiden früheren RIM-Co-CEOs überhaupt nicht in der Lage, ihr Produkt den sich verändernden Marktbedingungen anzupassen, selbst dann nicht, als Gegner wie das iPhone und Android begonnen haben, massiv ihren Marktanteil anzugreifen. Außerdem, so die feste Überzeugung Finkelsteins, sei es äußerst ungeschickt, zwei CEOs an der Spitze eines solchen Unternehmens zu haben, da dieser Umstand nur Verwirrung stiftet und zudem jeden Fortschritt verlangsamt. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss der frühere CEO Mike Lazaridis in seiner neuen Rolle als Vizepräsident und Leiter eines neuen Vorstandskomitees haben wird. Wenn sie beide bleiben, wird es unweigerlich Unstimmigkeiten geben.

„Das Modell der gemeinsamen Geschäftsführung ist garantiert zum Scheitern verurteilt. Es funktioniert fast nie“, betont Finkelstein. „Diese Struktur macht es schwierig nachzuvollziehen, wer das Sagen hat und ich glaube, das hat ihre Fähigkeit, sich an andere Wettbewerber anzupassen, stark verlangsamt.“

2. Der frühere CEO Leo Apotheker, Hewlett Packard

CEO-Fehlverhalten: „Wischi-Waschi“, schlechte Strategie-Umsetzung

Als Chef des weltgroßen IT-Konzerns beendete Apotheker seine noch nicht einmal 11 Monate andauernde Amtszeit mit einem Verlust von mehr als 30 Milliarden Dollar Marktwert. Er versuchte, das 40 Millionen Dollar schwere PC-Geschäft abzuspalten, um dann schließlich doch zu entscheiden, es zu behalten. Einen derartigen Kurswechsel zeigte er auch im Hinblick auf die Lancierung eines neuen Tablet-PCs, dessen Fertigung er gleich anschließend wieder einstellte.

„Diese Leute, die CEOs von HP werden und dann nach kurzer Zeit wieder vor die Türe gesetzt werden, erhalten in der Regel Abfindungen zwischen 25 und 30 Millionen Dollar. Das macht nur die wenigsten Menschen und vor allem die wenigsten Aktionäre glücklich“ gibt Finkelstein zu bedenken.

3. Reed Hastings, Netflix

CEO-Fehlverhalten: Schlechte Kommunikation, zunehmend komplizierte Produktnutzung

Netflix machte sich einen Namen mit dem Service eines pauschalen Flatrate-DVD-Verleihs per E-Mail in den USA. Und das Unternehmen hat begonnen, Video-Streaming via Internet anzubieten und plant, damit im Jahr 2012 auch nach Europa zu expandieren. Hastings beschloss das Business in zwei Teile zu splitten – den traditionellen DVD-Versandhandel und das neuere Video-Streaming-Geschäft. Während er das tat, zog er die Preise drastisch an und erschwerte den Leuten erheblich den Zugriff auf das, was sie wollen.

„Eigentlich mag ich die Idee der Aufspaltung des Unternehmens in zwei Teile. In mancherlei Hinsicht kann das Lehrbuch-Strategie sein: Sie spalten das Unternehmen entzwei, um das neu auflebende Business zu schützen. Aber der Prozess, den Hastings durchlief, wurde zum Desaster”, erklärt Finkelstein. „Seine Kommunikation war nicht gut und ich glaube, es gibt eine Menge Leute, die sich fragt, was das eigentlich Neue und Einzigartige an den Angeboten ist. Und ich glaube eigentlich nicht, dass da so viel hochzuhalten ist.“

4. William Weldon, Johnson & Johnson

CEO-Fehlverhalten: Mangelnde Sicherheit

Im vergangenen Jahr gab es eine unglaublich hohe Zahl von Rückrufaktionen für die verschiedensten Produkte des großen multinationalen Herstellers von medizinischen und pharmazeutischen Geräten und Konsumgütern: Insulinpumpen, Nahtmaterial, Spritzen, Hüftimplantate, Kontaktlinsen, Babyshampoo und so weiter.

“William Weldon lässt nichts an sich herankommen. Da ist so viel schief gelaufen im letzten Jahr und kaum jemand hat je darüber gesprochen. Für ein derartiges Unternehmen sind sinkende Qualität und Sicherheit schockierend. Und William Weldon ist der Geschäftsführer, dem dieser Verlust zuzuschreiben ist.“

Quelle: Tuck School of Business

(Redaktion)


 


 

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