Sie sind hier: Startseite München Aktuell News
Weitere Artikel
Keine Auslieferung

Christoforakos wird nicht wegen Bestechung ausgeliefert!

Der ehemalige Chef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, wird nicht wegen des Vorwurfs der Bestechung in das südosteuropäische Land ausgeliefert. Wie das Oberlandesgericht (OLG) München am Freitag mitteilte, habe der zuständige Senat die Auslieferung in einem Beschluss vom Mittwoch für unzulässig erklärt.

Zur Begründung hieß es, dass Michael Christoforakos, der sowohl die deutsche als auch die griechische Staatsbürgerschaft besitzt, nur ausgeliefert werden könnte, wenn im Inland sogenannte verjährungsunterbrechende Tatbestände vorlägen. Eine OLG-Sprecherin erläuterte, dass dazu beispielsweise ein Haftbefehl oder ein Durchsuchungsbeschluss zählten. Da die deutschen Behörden solche Maßnahmen nicht vorgenommen hätten und die zur Last gelegten Taten im Inland verjährt seien, sei die Auslieferung unzulässig.

Gegen Christoforakos besteht ein Europäischer Haftbefehl der griechischen Behörden, in dem ihm Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Geldwäsche zur Last gelegt werden. Das OLG hatte die Auslieferung nach Griechenland am 10. August zunächst für zulässig erklärt. Daraufhin bewilligte die Generalstaatsanwaltschaft München die Auslieferung und leitete sie in die Wege. Der Ex-Siemens-Manager legte gegen diese beiden Entscheidungen Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht gab ihm Anfang September recht und verwies die Entscheidung an das OLG zurück.

Neben Bestechung werfen die griechischen Behörden Christoforakos auch Betrug vor. So soll er als Mittäter Organe der griechischen öffentlichen Hand vor und bei Vertragsabschluss über ein Sicherheitssystem getäuscht haben. Der Republik Griechenland drohte den Angaben zufolge ein Schaden von rund 255 Millionen Euro zu entstehen. Die Auslieferung wegen dieses Tatvorwurfs wurde am Montag für zulässig erklärt. Christoforakos' Anwälte kündigten auch hiergegen eine Verfassungsbeschwerde an. Sollte es zur Auslieferung kommen, könnten die griechischen Ermittler Christoforakos nun jedoch nicht mehr wegen Bestechung anklagen, erläuterte die OLG-Sprecherin.

(ddp)


 


 

Michael Christoforakos
Auslieferung
Bestechung
Behörden Christoforakos
Republik Griechenland
OLG-Sprecherin
Last
Behörden
OLG
Inland

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Michael Christoforakos" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: