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Computerschädlinge:

Weniger, aber ausgefeilter

Die Zahl der Computer-Schadprogramme nimmt nicht mehr so stark zu. Knapp über 1,38 Millionen neue Schädlinge wurden im ersten Halbjahr verzeichnet – weniger als von Experten vorhergesagt. Das ist das Ergebnis des aktuellen Malware Report von G Data SecurtiyLabs. Was sind die Gründe?

Nach Einschätzung von G Data könnte der Wachstumszenit aus ökonomischen Gesichtspunkten jetzt überschritten sein. Die Verbreitung einfach programmierter Schadprogramme hat im Vergleich zum Vorjahr abgenommen und wird durch immer komplexere Kreationen ersetzt. "Onlinekrimi- nalität ist ein immenser Wachstumsmarkt. In Untergrundforen floriert daher der Handel mit kriminellen Dienstleistungen und E-Crime-Waren. Computer- schädlinge sind die Grundlage für diese Untergrundökonomie. Dement- sprechend haben weltweit Schadcode-Programmierer Technologien entwickelt, um in kürzester Zeit neue Malware zu generieren", so Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs.

Nur komplexe Programme haben noch eine Chance

Die immer weiter entwickelten Schutztechnologien und die voranschreitende Sensibilisierung der Internetnutzer, scheinen Auswirkungen auf die E-Crime-Community zu haben. Mit plumpen Angriffsszenarien und einfach program- mierten Computerschädlingen ist es deutlich schwerer geworden, einen Rechner zu infizieren, als es in der Vergangenheit vielleicht noch der Fall war." Auf diese veränderten Bedingungen reagieren die professionellen Schadcode-Entwickler. Nach Einschätzung des Experten wird nur noch komplexe Malware eine Chance haben, größere Schäden anzurichten. "Man könnte sagen: Die Malware-Industrie verhält sich aktuell nach Darwins Evo- lutionstheorie: Wer sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpasst, wird mit seinen Schädlingen in der E-Crime-Industrie überleben. Der Wettlauf zwischen Malware-Industrie und Virenschutzherstellern geht in die nächste Runde."

Online-Diebstahl wird unbemerkt ausgeführt

Die neuen Generationen von Malware geht viel ausgeklügelter vor als die vorige: Bei sogenannten Automatic Transfer System (ATS) Schemen, läuft der gesamte Online-Diebstahl ohne Interaktion des Kunden ab. Kontosaldo sowie Transaktionsliste werden so manipuliert, dass der Diebstahl für das Opfer völlig unbemerkt abläuft. Statt täglich tausend neue Schädlinge zu verbreiten, programmieren Malware-Autoren weniger, aber dafür deutlich gefährlicheren Schadcode. Eines der beeindruckenden Beispiele für diese These: Das Mac-Schadprogramm Flashback. "Flashback schaffte es in kürzester Zeit mehr Apple Rechner zu infizieren, als es alle vorherigen Schädlinge wohl jemals geschafft haben. Nach offiziellen Berichten waren es mehr als 600.000 Geräte", so Ralf Benzmüller.

Ausblick: Apple-Nutzer müssen sich auf Angriffe einstellen

Für die Zukunft rechnen die Experten der G Data SecurityLabs mit kleineren Wachstumssprüngen. Die Verbreitung neuer Malware wird sich auf einem stabilen Niveau einpendeln. "Wir rechnen mit 2,5 bis 3 Millionen neuen Computerschädlingen pro Jahr - und dies ist immer noch eine beeindruckende und beängstigende Zahl. Onlinekriminelle werden weiter an ihren Angriffs- methoden feilen und statt auf Quantität mehr auf Qualität setzen", so Benzmüller. "Android wird noch stärker in den Fokus rücken als bisher - vor allem, wenn sich weitere Bezahlsysteme etablieren. Das gleiche gilt für Mac OS - hier sollten sich Apple Nutzer noch in diesem Jahr auf weitere Angriffe einstellen."

(Redaktion)


 


 

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