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Falschgeld

Der Handel ist erfolgreich im Kampf gegen Falschgeld

"Der deutsche Einzelhandel kämpft sehr erfolgreich gegen Falschgeld. Dies zeigen die aktuellen Zahlen zum Falschgeldaufkommen im ersten Halbjahr 2009." Der Falschgeldexperte des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Ulrich Binnebößel, zeigte sich letzte Woche in Berlin erfreut über den Rückgang der Schadenshöhe, die durch Falschgeld anfällt.

Die Bundesbank hatte gemeldet, dass in den ersten sechs Monaten diesen Jahres Falschgeld im Wert von 1,6 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen wurde. Dies sei ein Tiefstwert, so der HDE-Experte, und zeige: „Sowohl die Kontrollen im Einzelhandel als auch die Ermittlungsarbeit der Polizei zahlen sich aus.“

Im ersten Halbjahr des Jahres seien 3.511 falsche Scheine mehr aufgegriffen worden, als im Halbjahr vorher. Doch seien dies vor allem Noten im Wert von 20 und 50 Euro. „Fälschungen von 200 und 100 Euro-Scheinen sind zurückgegangen“, sagte Binnebößel. Vor allem der weiterhin geringe Anteil im Vergleich zum Rest von Europa mache Deutschland weiterhin zum sichersten Land, was Falschgeld angehe.
Binnebößel empfahl dem Handel einen offensiven Umgang mit der Falschgelderkennung: „Händler sollten die Scheine nicht im Verborgenen prüfen, sondern das Prüfgerät offen auf dem Tresen handhaben und alle Scheine prüfen. Damit signalisiert der Händler, dass Fälscher bei ihm keine Chance haben.“ Jedoch solle man bei der Verwendung eines Prüfgerätes auf Qualität achten. Sinnvoll sei die Anschaffung von Geräten, die mehrere Merkmale eines Geldscheines testen und updatefähig sind. Diese seien zwar teurer, würden aber einen weitaus besseren Schutz bieten als zum Beispiel UV-Prüfgeräte. Fast drei Viertel aller Fälschungen würden unter UV-Licht nicht mehr erkannt.

Zahlen der Zentralbanken zu Euro-Fälschungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bekanntgegeben, dass im zweiten Halbjahr 2008 in Ländern innerhalb und außerhalb des Euro-Währungsgebiets insgesamt 413.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Umlauf genommen wurden. Dies bedeute einen Anstieg um 17 % gegenüber der Zahl der in den vorhergehenden sechs Monaten aus dem Umlauf genommenen Banknoten. In der ersten Jahreshälfte 2009 wurde die 20-€-Banknote am häufigsten gefälscht; bei fast der Hälfte aller entdeckten Fälschungen handelte es sich um diese Stückelung. Auf die drei mittleren Stückelungen (20 €, 50 € und 100 €) entfielen insgesamt mehr als 95 % aller Fälschungen. Die Mehrzahl (über 98 %) der im ersten Halbjahr 2009 sichergestellten Fälschungen wurde in Ländern des Euro-Währungsgebiets entdeckt. Nur rund 1 % der Falschnoten wurde in EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euroraums ausfindig gemacht, und weniger als 0,5 % entfielen auf die übrige Welt..

Die Deutsche Bundesbank gibt weiter bekannt, dass innerhalb dieses Zeitraumes 24.344 falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr registriert wurden. Dies sei ein Anstieg um rund 17 % im Vergleich zum 2. Halbjahr 2008. Die durch Falschgeld entstandene Schadenssumme sei aber weiter zurückgegangen, auf 1,6 Mio. € nach 1,7 Mio. € im vergangenen Halbjahr. Grund hierfür sei der deutliche Rückgang der Fälschungen der 100- und 200 Euro-Note.

Weiter fortgesetzt hat sich der bereits im vergangenen Jahr registrierte Anstieg der Fälschungen der 20 Euro-Banknoten. Dagegen hat sich bei den 100 Euro-Banknoten eine Trendwende zum Besseren ergeben. Nachdem diese Stückelung im 2. Halbjahr 2008 noch am häufigsten gefälscht wurde (32 %), treten nun wieder die Fälschungen der 50 Euro-Banknoten am häufigsten auf.

Im internationalen Vergleich sei der Falschgeldanfall in Deutschland mit rund sechs Fälschungen auf 10 000 Einwohner deutlich unter dem Durchschnitt der Euro-Zone.

Die Bundesbank weist darauf hin, dass Banknoten stets aufmerksam geprüft werden sollten, da es für Falschgeld keinen Ersatz gibt.
In die Prüfung sollten mehrere Sicherheitsmerkmale einbezogen werden, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale:

  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind z.B. erhabene Teile des Druckbildes (Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand) zu fühlen.
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.

Alle Fälschungen, die bisher aufgetreten sind, lassen sich zweifelsfrei erkennen. Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen. Bei der Prüfung von Banknoten mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lässt sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen. Diese Hilfsmittel sollten deshalb besser in Kombination mit der Prüfung anderer Sicherheitsmerkmale genutzt werden.

Im ersten Halbjahr 2009 hat die Bundesbank 32.868 falsche Euro-Münzen registriert, ein Rückgang um rund 15 % im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr. Damit kommen in Deutschland auf 10.000 Einwohner pro Jahr rund acht falsche Münzen.

(HDE)


 


 

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