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Investitionsstau und hohe Personalkosten

Deutsche Krankenhäuser blicken pessimistisch in die Zukunft!

Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland steht aktuell vor einem Haushaltsdefizit, das künftig sogar weiter wachsen wird. Dies gilt sowohl für Kliniken in privater als auch öffentlicher Trägerschaft. Die Ursachen liegen vor allem in den steigenden Kosten für das Fachpersonal - doch genau hier ist der Investitionsbedarf besonders hoch. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 200 Geschäftsführern und Leitern des Bereichs Buchhaltung/Controlling deutscher Krankenhäuser im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand AG, durchgeführt von TNS Emnid.

Obwohl besonders öffentliche Kliniken in den vergangenen Jahren ihre Umsätze deutlich steigern konnten, sind ihre Aussichten insgesamt wenig positiv. Daran kann offenbar auch die Novelle des Krankenhausfinanzierungsgesetzes nicht viel ändern. "Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht", so Experte Ralf Klassmann, Leiter des BDO-Branchencenters "Gesundheit und Soziales". "Um den Krankenhäusern eine echte Perspektive aufzuzeigen, ist weit mehr notwendig als die letzte Novelle des Krankenhausfinanzierungsgesetzes. Die bereitgestellten 3,5 Mrd. Euro sind angesichts des Personal- und Finanzierungsnotstands nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", so Klassmann weiter. Auch der Abbau von Personal biete kein Einsparpotenzial mehr, nur sechs Prozent der Krankenhäuser halten hier noch Kostensenkungen für möglich. Jedes siebte Haus sieht gar keine Einsparmöglichkeiten mehr.

Zwickmühle: Personal ist größter Kostenfaktor und zugleich begehrteste Investition

In den Budgets der Krankenhäuser stehen die Kosten für Ärzte und Pflegekräfte an erster Stelle. Neun von zehn Kliniken sehen darin den größten Kostenfaktor. Und in den nächsten fünf Jahren werden diese Kosten aus Sicht der Befragten noch weiter steigen. Im Schnitt werden 11,5 Prozent Mehrausgaben für das Fachpersonal erwartet.

Trotz dieser hohen Belastung ist der Bedarf an Investitionen in Fachkräfte überwältigend groß. Das sehen 95 Prozent der Kliniken so. Rund zwei Drittel der Befragten haben darüber hinaus einen dringenden Investitionsbedarf in Sachmittel wie zum Beispiel technische Ausstattung. Erstaunlich ist, dass es hier kaum Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Kliniken gibt. Forschung und Entwicklung wollen vor allem Häuser in privater Trägerschaft stärken.

Mehr Fachpersonal, Spezialisierung und Marketing als Wege aus der Krise

Eine große Mehrheit (85 Prozent) der Befragten sieht trotz leerer Kassen im Ausbau des qualifizierten Fachpersonals die größte Chance für eine positive Entwicklung ihres Hauses. Strategisch setzen die Kliniken zudem auf Spezialisierung ihrer Leistungen und Ausbau von Marketingmaßnahmen für Patienten.

Krankenhausfinanzierungsgesetz:
Das "Gesetz zum ordnungspolitischen Rahmen der Krankenhausfinanzierung ab dem Jahr 2009" trat im März dieses Jahres in Kraft. Kernziele sind die Auflösung des Investitionsstaus in den Kliniken und eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Insgesamt wurde den Krankenhäusern 3,5 Mrd. Euro zusätzlich - insbesondere für Personal - zur Verfügung gestellt.

(Redaktion)


 


 

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