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Bayerischer Wald

Ski-Weltcup: CSU-Politiker streiten mit Skiverband

Bei Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) ist der Ärger über den Deutschen Skiverband (DSV) noch nicht verraucht. "Abrupt und nicht absehbar" habe der DSV im vergangenen Sommer mitgeteilt, dass in der Arber-Skiregion im Bayerischen Wald mittelfristig keine Weltcup-Rennen mehr stattfinden werden, kritisiert Brunner.

Für den Minister ist das letzte Wort in dieser Frage noch nicht gesprochen.

Am kommenden Wochenende trifft er sich mit seinem Kabinettskollegen, Kultusstaatssekretär Bernd Sibler, und weiteren CSU-Politikern aus Ostbayern mit DSV-Präsident Alfons Hörmann. Brunner, der selber im Bayerischen Wald zu hause ist, hat ein Ziel: "Ich will eine klare Aussage, unter welchen Bedingungen wieder Weltcup-Rennen am Arber stattfinden können."

DSV beruft sich auf die Wetterlage

Der Weltcup-Zirkus war seit 1976 regelmäßig im Skigebiet auf dem 1.455 Meter hohen Arber zu Gast. Im vergangenen Juli dann teilte der Deutsche Skiverband überraschend mit, dass es auf dem höchsten Berg im Bayerischen Wald mittelfristig keine alpinen Weltcuprennen mehr geben wird. Stattdessen sollen die Rennen zumindest bis 2013 ausschließlich in Ofterschwang im Allgäu stattfinden. Bislang hatten Ofterschwang und Arber im jährlichen Wechsel als Austragungsorte gedient. Als Grund für die Absage wurden vom DSV die in der Vergangenheit oft schwierigen Wetterbedingungen am Arber angeführt.

Kultusstaatssekretär Sibler, dessen Ministerium auch für den Sport zuständig ist, nennt das vom DSV vorgebrachte Wetter-Argument inakzeptabel. Auch andere Weltcup-Orte hätten immer wieder mit Schneemangel oder schlechten Witterungsbedingungen zu kämpfen. "Die Weltcup-Absage war ein Schock für die Region", sagt Sibler. Die Verantwortlichen fühlten sich zurückgesetzt - "und zwar zu Recht".
Das Treffen mit DSV-Chef Hörmann am Samstag findet am Rande des Langlauf-Continetal-Cups am Arber statt. Sibler will dann Klartext reden: "Ich will die tatsächlichen Gründe hören, die zu der Entscheidung gegen den Arber geführt haben."

"Waterloo" am Olympiaberg

Gemutmaßt wird, dass der DSV in der Zukunft vermehrt auf spektakuläre neue Events abseits der klassischen Ski-Regionen setzen will, etwa den Parallel-Slalom in München. Minister Brunner kann sich hier eine spöttische Bemerkung nicht verkneifen: "Der DSV hat ja in München in diesem Jahr sein Waterloo erlebt." Das für den Neujahrstag geplante Rennen auf dem Olympiaberg musste abgeblasen werden - wegen Schneemangels.

Trotz der Interventionen aus der Politik: Vor dem Gipfeltreffen am Samstag sieht man beim DSV derzeit keine Veranlassung, den Arber wieder ins Weltcup-Programm mit aufzunehmen. "Am Sachstand hat sich nichts geändert", sagte ein Verbandssprecher auf Anfrage.

Mehr noch: Auch für 2014 gibt es kaum Chancen auf eine Rückkehr des alpinen Weltcupspektakels an den Arber. Im Olympiajahr sieht der Rennkalender des Internationalen Skiverbandes nämlich ohnehin einen Weltcup weniger in Deutschland vor, wie der Sprecher bestätigte.

(dapd-bay)


 


 

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