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Die Bambusstrategie

Wenn der Wind dreht – Die vier Phasen einer Veränderung

Gestern war die Welt noch in Ordnung. Und heute diese Nachricht. Ich komme von der Strecke ab und weiß nicht, wie ich mit dieser Veränderung umgehen soll. Wie reagiere ich darauf? Was mache ich jetzt? Wie soll ich das verkraften?

Es ist der immer Abschied von alten Vorstellungen, das Neuorientieren und Noch-Fremdsein, das „nicht mehr das Alte und noch nicht das Neue“, welches eine Krise charakterisiert. Und trotzdem kommt die Stunde, in der wir nach dem Widerstand gegen die krisenhafte Veränderung die Dinge akzeptieren müssen, wie sie sind.

Die Einstellung Nietzsches – „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“ – bringt es auf den Punkt.

Es ist ganz normal, wenn selbst Menschen mit einem sehr starken Bamboo, unserer inneren Widerstandskraft, erst einmal etwas Zeit für die Anpassung an eine ungewollte Veränderung brauchen. Bis zu seiner erfolgreichen Neuorientierung durchläuft der Mensch vier Phasen. Je nachdem, wie dramatisch eine Veränderung für den Einzelnen ist, sind die Phasen mehr oder minder deutlich erkennbar. Die Geschwindigkeit der Anpassung variiert ebenso wie die Stärke des Erlebens von typischen Anzeichen für die unterschiedlichen Phasen.

1. Phase: Nicht wahrhaben wollen

Bei drastischen Veränderungen gibt es nicht immer Tränen oder Wutausbrüche. Manch einer bleibt scheinbar ganz cool. Häufig verdrängen Menschen die Realität, wollen sie einfach nicht wahrhaben. Der Überbringer der schlechten Nachricht ist dann oft erst einmal erleichtert, freut sich aber manches Mal zu früh. Ein Teil der Menschen reagiert nach der ersten Schockstarre doch noch: entweder mit aggressivem Verhalten in Form von Beleidigungen und persönlichen Angriffen oder mit depressiv gefärbtem Verhalten wie Tränen, Betteln, Rückzug. Solch emotionales Verhalten wird oft als destruktiv oder peinlich eingestuft und häufig von Chefs und Kollegen als Überforderung erlebt. Allerdings ist es als Überbringer der Botschaft nicht sinnvoll, Ausbrüche dieser Art zu unterdrücken, denn für den von der Nachricht Betroffenen sind sie sehr wertvoll. Es ist der erste Schritt aus der Erstarrung – der Veränderung kann erst jetzt ins Auge geschaut werden.

2. Phase: Gegenmaßnahmen

Besonders in Unternehmen können Gegenmaßnahmen sehr strukturiert sein. So zum Besipiel nach einer Versetzung in eine andere Abteilung. Jetzt will der Mitarbeiter die Veränderung rückgängig machen. Er versucht zum Beispiel, die Gründe infrage zu stellen, sucht Hilfe beim (gedanklich allmächtigen) Betriebsrat oder Rechtsanwalt. Seine Stimmung geht rauf und runter, mal glaubt er das Rad zurückdrehen zu können, dann fühlt er sich wieder ohnmächtig. Sein Bestreben ist es, die alte, gewohnte Stabilität der Situation vor der Veränderung wiederherzustellen. Ein besonderes Problem ist das für Mitarbeiter, die lange im Unternehmen waren, und es nicht gewohnt waren, sich öfter auf neue Situationen einzustellen. Die entstehende Hilflosigkeit macht diesen Menschen Angst.

BUCHEMPFEHLUNG:

3. Phase: Abschied nehmen

Jetzt wird die Veränderung endlich auch innerlich realisiert. Der Betroffene muss nun erkennen, dass er trotz seiner Anstrengungen, Verdienste und Mühen keinen Schutz vor Ungerechtigkeit aus seiner Sicht hat und sich auch keinen Schutz davor erarbeiten kann. Das ist die Enttäuschung – das Ende dieser Täuschungen. Viele verklären nun die Vergangenheit im Unternehmen. Die emotionale Verarbeitung ist der wichtigste Teil der Phase, denn sie ermöglicht das „Abschiednehmen“. Und ohne den Abschied wird auch keine wirkliche Neuorientierung möglich sein. In Resignation zu versinken hilft an dieser Stelle genauso wenig wie Ablenkung.

4. Phase: Neuorientierung

Erst wenn der Betroffene seine Enttäuschung emotional verdaut hat und das Tal der Tränen zur Gänze durchschritten hat, kann er sich neu orientieren. Auf dem Weg dorthin gibt er dem Geschehenen einen Sinn, erobert sich sein Kontrollgefühl zurück und fühlt sich nicht länger hilflos ausgeliefert. Dem Geschehenen einen Sinn zu geben und das Beste daraus zu machen, das ist der Punkt, wo Akzeptanz möglich wird. Die letzte Phase kann man an einem neuen Verhalten erkennen.

Gedanken-Check - ich kann mich entscheiden, wie ich mich fühle

Unsere Gedanken sind dafür verantwortlich, wie wir uns fühlen. Manchmal führen sie uns in eine Sackgasse und wir machen Denkfehler. Achten Sie also darauf, wie realistisch das Bild tatsächlich ist, das Ihre Gedanken entwirft.

Entspannen

Während Sie gerade aufgeregt oder angestrengt sind, gaukeln Ihnen Ihre Gedanken häufig eine viel schlimmere Situation vor, als sie tatsächlich gegeben ist. Unter Druck ist es fast unmöglich, seine Gedanken und Impulse zu kontrollieren. Machen Sie es sich zum Prinzip, erst wieder zur Ruhe zu finden, bevor Sie Ihre Gedanken bewerten. Finden und nutzen Sie eine für Sie funktionierende Entspannungstechnik.

Denkhorror stoppen

Unter Druck neigen wir dazu, immer gleich an das Schlimmste zu denken. Stoppen Sie furchterregendes „Wenn-dann“-Denken und ersetzen Sie lähmende Gedanken wie beispielsweise „Das kann ja nur schiefgehen“ sofort durch positivere Gedanken. Übernehmen Sie den Vorsitz in Ihrem Kopf und halten Sie dagegen! Erinnern Sie sich beispielsweise an eine ähnliche Situation in der Vergangenheit, die Sie gut gemeistert haben.

Hemmende Überzeugungen aufspüren und überprüfen

Jeder von uns hat tief sitzende Vorstellungen davon, wie Menschen sich zu verhalten haben und wie die Dinge gemacht werden sollten. Häufig sind diese Glaubenssätze zu starr. Dann beeinflussen sie unser Denken, Handeln und Fühlen unbewusst und sind der Quell für uns zwar logisch erscheinende, aber in Wirklichkeit absolut irrationale Denkfehler.

Alternativen suchen

Häufig fixieren wir uns zu stark auf nur einen Lösungsweg oder glauben, uns nur zwischen zwei Möglichkeiten A und B entscheiden zu müssen. Finden Sie weitere Lösungsmöglichkeiten, indem Sie sich die Frage stellen: Wie könnte eine Möglichkeit C, D oder E aussehen? Versuchen Sie beispielsweise die beiden Möglichkeiten A und B zu einem C zu kombinieren oder denken Sie in eine ganz neue Richtung. Fragen Sie sich, welches C wohl Ihr Vorbild vorschlagen würde, wenn Sie es befragen würden.

(Katharina Maehrlein)


 


 

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