12.10.2009  12:26 Uhr

Markenrecht
Die wahre Weißwurst kommt aus Südbayern

München. Die Münchner Weißwurst darf nicht nur aus München kommen – ähnlich wie das Wiener Würstchen nicht aus der Donaumetropole und die Fleischwurst, die man in Bayern „Lyoner“ nennt, nicht aus Südost-Frankreich stammen müssen.

Was dem Dresdner Stollen® * recht ist, sollte eigentlich auch der Münchner Weißwurst billig sein. So jedenfalls dachten Münchner Metzger und ließen sich bei der EU-Kommission und beim Patentamt die geografische Marke „Münchner Weißwurst“ schützen. Das wiederum hätte zur Folge gehabt, dass dieser unverzichtbare Bestandteil der Bayerischen Brotzeit nur in der Landeshauptstadt produziert werden darf.
Allerdings konnten sich die Münchner über dieses Wurstmonopol nicht lange freuen, denn die nicht dort ansässigen Metzger sind der Meinung, dass es sich hierbei um eine für den gesamten südbayerischen Raum typische Spezialität handelt und deswegen durchaus auch außerhalb Münchens hergestellt werden darf.

Dieser Ansicht schlossen sich unlängst die Richter des Bundespatentgerichtes an und löschten die Eintragung der Marke. Die Bezeichnung „Münchner Weißwurst“ sei eine geografische Herkunftsangabe und „deshalb eine nicht eintragungsfähige Gattungsbezeichnung im Sinne des Art. 3 Abs. 1 der Verordnung zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel.“

* Dresdner Stollen® ist ein geschütztes Warenzeichen des „Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V.“, Interessenverband von 150 Bäckereien und Konditoreien aus dem Großraum Dresden.


 

(Peter von Bechen)

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  • Wurstmonopol
  • Bundespatentgericht

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de/Christine Braune



 


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1 Kommentar »

12.10.09 12:43 Uhr
Anonym
Ist doch Wurscht, wo die Wurst herkommt!
Zum Thema Weißwurst gibt es viele kontroverse Meinungen, die schon fast an Glaubenskriege grenzen. So zum Beispiel die Frage, wie sie richtig gegessen wird: Da gibt es die Fraktion der Zuzler und die der Aufschneider. Den Preußen erkennt man sofort daran, dass er den Darm mit verspeist.
Und jetzt der Streit um die wahre Herkunft. Wenn Sie mich fragen: Eigentlich sollte es egal sein, ob die Weißwurst aus der Isarmetropole, aus Rosenheim, Altötting oder Großhartpenning kommt – Hauptsache sie ist frisch, heiß und es gibt genügend süßen Senf, dass das ansonsten fade Metzgereiprodukt auch ein wenig Geschmack bekommt.
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