22.08.2011  12:25 Uhr

Achtung Schuldenfalle
Der Dispositionskredit eignet sich nicht für größere Anschaffungen

München. Der umgangssprachlich Dispokredit genannte Kreditrahmen eines Girokontos ist für viele eine gern genutzte Option bei finanziellen Engpässen. Da ein solcher Kredit keine festen Raten und Zahlungsziele erfordert, wird er auch als Kredit für größere Anschaffungen verwendet.

Auf diese Weise werden Verhandlungen mit Banken umgangen. Allerdings birgt dieses Vorgehen ein finanzielles Risiko, das nicht zu unterschätzen ist.

Der Dispositionskredit beim Girokonto ist lediglich für kurzfristige, niedrige Kontoüberziehungen geeignet. Alles, was darüber hinausgeht, ist teuer für den Kontoinhaber. Die Dispositionszinsen bewegen sich meist im zweistelligen Prozentbereich und sind daher für längerfristige Überziehungen völlig überteuert. Daran erfreuen sich lediglich die Banken.

Es locken die nicht fixen Rückzahlungsmodalitäten

Gerade junge Menschen neigen dazu, diese Zinsen zu überschätzen, und der Dispositionskreditrahmen wird für eine Anschaffung ausgereizt. Tritt in einem solchen Fall eine plötzliche Arbeitslosigkeit auf oder die regelmäßigen Geldeingänge auf das Girokonto verringern sich aus anderen Gründen erheblich, wird es schwierig, den “Dispo” auszugleichen. Die Zinsen für den Dispo fallen weiterhin an, eine Sperrung des Girokontos ist nun nicht ausgeschlossen.

Daher ist es sinnvoller, für größere Anschaffungen einen kleinen Ratenkredit aufzunehmen, sofern nicht ein größerer Geldzugang zum Kontoausgleich abzusehen ist. Auf diese Weise werden weniger Zinsen fällig, denn Ratenkredite sind in der Regel günstiger als die Zinsen auf den Dispositionskreditrahmen. Zusätzlich können Raten bei finanziellen Engpässen bei Absprache mit der Bank für gewöhnlich ausgesetzt werden, ohne die Schließung des Girokontos zu riskieren, was für die Aufnahmen einer neuen Beschäftigung und für die Teilnahme am normalen Wirtschaftsverkehr notwendig ist.

Manchmal wird so der Monat gerettet – hier heißt es: verhandeln!

Bei regelmäßigem Gebrauch des Dispokredits, wie es zum Monatsende hin in vielen Haushalten üblich ist, lohnt es sich, die Dispositionskreditzinsen unter die Lupe zu nehmen und diese mit Girokonten anderer Banken und deren Zinsen bei Nutzung des Dispokredits zu vergleichen. Unter Umständen lassen sich so zusätzlich neben niedrigeren Dispozinsen Kosten für Kontobewegungen und Grundgebühren sparen.

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(Redaktion)

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Bild Nr. 1 © Gerd Altmann



 


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