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Kinokultur in Gefahr

Doppelte Miete ab nächstem Jahr: Kino Maxim kämpft ums Überleben

Das Programmkino „Maxim“ in Neuhausen sieht einer existenzbedrohenden Zukunft entgegen. „Die Miete wird 2010 um 100 Prozent erhöht“, sagt Siegfried Daiber, der es 1978 übernahm. Nachdem ein Privatinvestor das Haus an der Trogerstraße gekauft hatte, habe es zunächst eine kleine Erhöhung der Miete gegeben. „Nächsten April ist das Mietjahr um, dann kosten die Räume statt knapp 900 Euro 1640 Euro – nackt und kalt wie sie sind!“

Ob er das ohne finanzielle Förderung stemmen kann, weiß Daiber noch nicht. Ebensowenig, ob er den Fünfjahresvertrag unterschreiben wird. In seinem einzigen Kinosaal mit den 90 Plätzen zeigt er entgegen dem Trend zum „Blockbuster“ hauptsächlich Dokumentarfilme und Produktionen kaum bekannter Filmer und Regisseure. Der Eintritt kostet 4,50 Euro. Daneben gibt es Theatervorführungen oder das „Festival des gescheiterten Films“, bei dem nicht der beste oder schlechteste Film gewinnt, sondern jener, dessen Zuschauerwertung die größte Verteilung aufweist.

Dass es eine Mieterhöhung gibt, dagegen findet Daiber generell nichts einzuwenden. „Ob sie in diesem Fall allerdings den Wert des Objektes widerspiegelt, darüber bin ich mir nicht sicher“, sagt der Cineast und spielt auf die Preise an, die örtliche Gastronomen bezahlen. „Die Lage hier direkt am Mittleren Ring, wo die höchsten Feinstaubwerte gemessen wurden, ist sicher nicht die beste.“

Um das „kulturell wertvolle Kino“ zu retten, hat sich mittlerweile der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg eingeschaltet. Bei einem Vor-Ort-Termin konnte man allerdings keine finanziellen Zugeständnisse machen und auch „die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung sind nicht sehr vielversprechend“, weiß Daiber. „Man müsste mal wieder intensiv über die Förderung von Film und Kultur diskutieren!“ Seine Leistung sieht er darin, dass Filme, die woanders nach ein bis zwei erfolglosen Wochen abgesetzt würden, bei ihm eine Chance bekämen. Das will er auch beibehalten solange es geht. Andere Programmkinos haben dem enormen Druck auf dem Kinomarkt bereits nachgegeben.

Weitere Informationen unter maxim-kino.de

(Redaktion)


 


 

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