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  • 03.02.2016, 11:17 Uhr
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  • Berlin
E-HEALTH / VITACARE

E-Health, Corporate Health, digitale Gesundheitsförderung - Experteninterview zu Trends 2016

Vor wenigen Tagen fand die 6. Tagung Corporate Health in Berlin statt. Dr. Oliver-Timo Henssler, Leiter Partnermanagement und Dr. Andrea Baxheinrich, Managerin BGM-Beratung wurden von Business On nach den wesentlichen Trends für das Jahr 2016 gefragt.

Auf den Firmenworkshops erläuterten Dr. Oliver-Timo Henssler, Leiter Partnermanagement und Dr. Andrea Baxheinrich, Managerin BGM-Beratung bei der Mannheimer vitaliberty GmbH unter anderem die Themen E-Health im Unternehmenskontext, Mitarbeitermotivation sowie rechtliche Vorgaben für Arbeitgeber. Heute beginnt das Jahresforum Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016 in München.

Mehr Informationen zu dem Thema gibt es hier:  https://www.juuna.de/arbeitgeberservice/vereinbarkeit-beruf-und-pflegehttps://www.juuna.de/firmenlizenz

Die Experten wurden nach den wesentlichen Trends für das Jahr 2016 gefragt.

Herr Dr. Henssler, als langjähriger Branchenkenner haben Sie zahlreiche Studien mitbegleitet. Welche Trends erwarten Sie für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) im Jahr 2016?

Dr. Henssler:„Ich sehe hier das Thema Reichweite an erster Stelle. Viele Unternehmen erreichen mit BGM nur einen Bruchteil der Mitarbeiter, relevante Zielgruppen bleiben außen vor. Vor dem Hintergrund sich dramatisch veränderter Arbeitsbedingungen (Entgrenzung, alles wird mobiler, Stichwort Industrie 4.0) sind wir logischerweise auchbei Arbeit 4.0 angekommen. Somit braucht es auch ein BGM 4.0, das sich an die immer engeren Zeitfenstern der Mitarbeiter anpasst.“

Frau Dr. Baxheinrich, Dr. Henssler: Bedeutet digital unterstütztes BGM auch ständige Verfügbarkeit des Arbeitnehmers?

Dr. Henssler:
„Ein BGM das digital unterstützt wird, ist ständig verfügbar, es ist nicht an feste Orte oder Uhrzeiten gebunden und ermöglicht damit eine langfristige Verhaltensänderung indem es genau die digitalen, mobilen Kommunikationsmittel nutzt, die für die Entgrenzung der Arbeit ursächlich sind.

Dr. Baxheinrich:
„Kontinuierlich verfügbare gesundheitsfördernde Maßnahmen bedeuten aber keineswegs eine ständige Verfügbarkeit des Mitarbeiters. Vielmehr wird der Mitarbeiter beim Aufbau von eigenen Ressourcen unterstützt. Dazu gehört es beispielsweise auch, das Handy oder den Laptop im Feierabend auszuschalten oder sich mit seiner Gesundheit zu beschäftigen.

Frau Dr. Baxheinrich, Dr. Henssler: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind derzeit für Arbeitgeber u/o Krankenkassen relevant?

Beide: 
„Derzeit geht es um das neue Präventionsgesetz. Den meisten Beteiligten ist noch unklar, welche Wirkungen es entfaltet und ob es zu mehr Qualität und Prävention führt. Hier erarbeiten wir im Rahmen einer Expertenstudie Mitte 2016 einen Überblick, der Unternehmen mehr Orientierung geben soll.

Wie innovativ und vorbildlich sind Unternehmenslenker, wenn es um Gesundheitsmanagement geht? Kann man da auch übertreiben? 

Dr. Henssler: „Ich sehe vor allem viele traditionelle Elemente. Es gibt immer noch zu wenig Innovationen, auch weil es zu wenig wirkliche Evaluation gibt und viel zu wenig nach den Wirkungen gefragt wird.“

Frau Dr. Baxheinrich, Dr. Henssler: Welche Herausforderungen für das digital unterstützte BGM stehen in diesem Jahr an?


Beide:
Die Top 5 Herausforderungen beim (digitalen unterstützten) BGM in 2016 lassen sich wie folgt darstellen“:1. Reichweite aufbauen,
2. Die richtigen Zielgruppen erreichen,
3. Individuelle Programme anbieten,
4. Verhaltensänderungen herbeiführen(dafür braucht es an erster Stelle eine individuelle Statusanalyse sowie natürlich die Einsicht in die Notwendigkeit einer Veränderung) und
5.
geht es  um die Vernetzung von verschiedensten BGF-Maßnahmen in ganzheitlichen Präventionskonzepten.

Jahresforum Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016 am 3./4. Februar 2016 in München. Unter dem Motto „Erfolgreiche Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter!“ findet an den beiden Tagen Anfang Februar das Jahresforum Betriebliches Gesundheitsmanagement mit aktuellen Berichten aus Wissenschaft und Praxis statt. Das Forum richtet sich an Unternehmen, Verbände, die öffentliche Verwaltung sowie Krankenkassen und Berufsgenossenschaften. Infos http://www.management-forum.de/seminar/betriebliches-gesundheitsmanagement-2016/

Ein weiterer wesentlicher Aspekt im Rahmen von BGF ist zudem die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

 Alexander Burger von der Münchner vitacare GmbH erläutert es so: „Wir brauchen mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, die Beruf und Familie mit hohem Engagement vereinbaren. Gesundheitsprogramme adressieren in der Regel die gesamte Belegschaft. Was ist jedoch, wenn der Spagat zwischen dem Berufsalltag und privaten Belastungen so groß wird, dass individuelle Hilfestellungen zielgenau und sehr schnell benötigt werden?. Dies geschieht gerade beim Thema Pflege und Beruf. In diesem Jahr wird u.a. bedingt durch die aktuellen Gesetzgebungen dem Thema häusliche Pflege besondere Aufmerksamkeit zukommen. Schon jetzt werden 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen gepflegt und Berufstätigkeit ist für Pflegende nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel. Die Zahlen sprechen für sich und steigen kontinuierlich an. Hier müssen Unternehmen neue Strategien entwickelt und können dabei mittlerweile auf innovative digitale Ansätze zurückgreifen.

Was heisst das in der Praxis?

AB: „Sowohl Arbeitnehmer, Personalabteilung als auch Gesundheitsmanagement brauchen einen 360 Grad Blick auf das Thema Pflege und Berufsleben. Unterstützungsangebote wie das Portal JUUNA der vitacare haben nach langjährigen Marktstudien unter Einbindung von Wissenschaftlern, Medizinern, Pflegeexperten und Digitalspezialisten diese Anforderungen umgesetzt. Häufig werden gerade im Unternehmenseinsatz solche Unterstützungsangebote als persönliches Management Tool wahrgenommen und genutzt. Und diese Form individueller Unterstützung kann als Sozialleistung über Kontingente durch den Arbeitgeber unabhängig vom Standort für alle bereitgestellt werden, um zu unterstützen.“Termine Webinare: Di 9.2., 23.2., 8.3., 22.3., 5.4.,19.4. immer um 14 Uhr https://www.juuna.de/webinar

Martina Wagner

(Terminhinweis / Inte )


 

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © corporate-move / Pressefoto
Bild Nr. 2 © Pressefoto juuna

 

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