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EHEC-Infekionen

Gesundheitsminister Söder weitet Gemüseuntersuchungen aus

Während die Zahl der EHEC-Infektionen in Bayern weiter steigt, hat Gesundheitsminister Markus Söder zusätzliche Untersuchungen von Gemüse aus dem Freistaat angeordnet.

Im Rahmen eines "Landesuntersuchungsprogramms Bayerisches Gemüse" solle Ware aus den wichtigsten Anbaugebieten im Freistaat auf mögliche Gesundheitsbelastungen untersucht werden, sagte der CSU-Politiker am Freitag in Nürnberg. Die Zahl der EHEC-Infektionen in Bayern stieg bis Freitagvormittag auf mindesten 69.

In den vergangenen Wochen seien in Bayern bereits 250 Proben bei bayerischem Gemüse genommen worden, berichtete Söder. Dabei sei bei keinem einzigen der untersuchten Produkte der EHEC-Keim gefunden worden. Eine generelle Entwarnung für den Verzehr wollte Söder jedoch nicht geben. Er verwies stattdessen auf die Zuständigkeit des Bundes.

Im Rahmen des am Freitag gestarteten Untersuchungsprogramms sollten 400 zusätzliche Stichproben bei Gurken, Tomaten und Salat gezogen werden. "Wir wollen uns einen Überblick verschaffen", begründete der Minister das Programm. Gezielt untersucht würden Produkte aus dem fränkischen Knoblauchsland, aus Niederbayern, sowie aus den Regionen Kitzingen und Dachau.

In diesem Zusammenhang forderte Söder Unterstützung für die von massiven Absatzeinbrüchen betroffenen Gemüsebauern. "Wir hoffen, dass der Bund Hilfe für die Landwirte auf den Weg bringt", sagte der CSU-Politiker.

Zehn weitere EHEC-Fälle registriert

Unterdessen stieg die Zahl der amtlich erfassten EHEC-Fälle im Vergleich zur letzten Erhebung am Mittwoch um zehn, wie Gesundheitsminister Markus Söder weiter mitteilte. Gleich geblieben sei die Zahl der Patienten, die an der besonders schweren Verlaufsform, dem Hämolytisch-Urämischen-Syndrom (HUS), leiden. Derzeit sind 16 Patienten in Bayern von HUS betroffen.

Söder zufolge gibt es bundesweit derzeit mehr als 1.200 EHEC-Fälle. Nur zwei Prozent der Infektionen beträfen Menschen aus Bayern. Die Lage sei dennoch ernst. "Wir können leider keine Entwarnung geben", sagte der Minister.

Für den weiteren Anstieg der EHEC-Fälle gibt es nach den Worten des Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, bislang keine wissenschaftliche Erklärung. Die "relativ starke Zunahme" von registrierten EHEC-Fällen habe unter Umständen mit einem veränderten Verhalten der Bürger zu tun. Die Leute seien durch die Berichterstattung über EHEC sensibilisiert und gingen deshalb bei einer Durchfallerkrankung eher zum Arzt als sonst, mutmaßte Zapf.

Als positiv bewertete der LGL-Präsident die Tatsache, dass es in Bayern und bundesweit bislang keinen einzige EHEC-Übertragung "von Mensch zu Mensch" gegeben habe.

Bei den bislang bekannten EHEC-Infektionen in Bayern gebe es keine regionalen Häufungen. Die Krankheitsfälle seien über das ganze Land verteilt, sagte Zapf. "Man kann davon ausgehen, dass die Infektionsquelle im Raum Hamburg zu suchen ist", sagte der Experte. Von den 16 Patienten aus Bayern, die derzeit an der schweren Verlaufsform HUS erkrankt sind, seien 12 vor ihrer Erkrankung in Hamburg gewesen.

(dapd-bay Uli Scherr)


 


 

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