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Umfrage

Deutsche Einzelhändler sind optimistisch

Deutsche Handelsunternehmen rechnen mit einer steigenden Nachfrage der Verbraucher und einem starken Umsatzwachstum innerhalb der nächsten 12 Monate. Mit Preissenkungen und Sortimentserweiterungen wollen sie die Nachfrage zusätzlich ankurbeln.

In einer Umfrage der auf Turnarounds und Ertragssteigerungsprogramme spezialisierten AlixPartners unter großen deutschen Handelsunternehmen gaben 79 Prozent der Befragten an, mit steigenden Umsätzen zu rechnen. 31 Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass ihre Umsätze im nächsten Jahr um mehr als zehn Prozent zunehmen werden. Immerhin 28 Prozent rechnen mit einem Umsatzwachstum um fünf bis zehn Prozent. Nur fünf Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihre Umsätze im nächsten Jahr zurückgehen werden, zehn Prozent rechnen mit einer Stagnation.

Finanzierung des Wachstums aus eigener Kraft

Die Finanzierung des Wachstums dürfte die Unternehmen allerdings vor eine Herausforderung stellen. Nur rund drei Prozent der von AlixPartners befragten Handelsunternehmen gehen davon aus, das Wachstum über zusätzliche Bankkredite finanzieren zu können. Stattdessen setzen sie der Umfrage zufolge auf weitere Kostensenkungen (41 Prozent) und andere Maßnahmen des Liquiditätsmanagements (62 Prozent). So sollen beispielsweise eine weitere Lageroptimierung und ein verbessertes Lieferantenmanagement zur Finanzierung beitragen. Mehr als ein Viertel der Unternehmen will die Anzahl der Lieferanten weiter reduzieren. 21 Prozent der Unternehmen planen eine Kapitalerhöhung, um an zusätzliche Liquidität zu kommen.

"Der Handel sieht optimistisch in die Zukunft, hat aber ein Finanzierungsproblem. Viele Unternehmen müssen das geplante Wachstum aus eigener Kraft stemmen. Die Innenfinanzierung gewinnt deshalb weiter an Bedeutung", sagt Detlev Schauwecker, Managing Director von AlixPartners, zur Finanzierung des Wachstums im deutschen Einzelhandel.

Weiterhin hoher Druck auf die Preise

Preiserhöhungen sind offenbar für die Handelsunternehmen weiterhin nicht durchsetzbar. Viele der befragten Unternehmen wollen ihre Preise auch im Aufschwung senken (21 Prozent), nur rund drei Prozent der Befragten gaben an, Preiserhöhungen zu planen. 46 Prozent der Handelsunternehmen wollen ihr Sortiment erweitern. Rund ein Drittel der Handelsunternehmen planen, die Anzahl der Filialen zu vergrößern. Insbesondere im Ausland solle verstärkt investiert werden, sagten 39 Prozent der Befragten. Viele der von AlixPartners befragten Unternehmen wollen nicht nur organisch wachsen, sondern die Marktkonsolidierung auch für Zukäufe nutzen. 26 Prozent gaben an, Unternehmensteile zukaufen zu wollen.

Die gute Nachricht für den Arbeitsmarkt: In der Umfrage von AlixPartners gaben ein Drittel der Handelsunternehmen an, im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie Personal aufbauen zu wollen. Nur 18 Prozent der Unternehmen rechnen damit, auch bei steigenden Umsätzen Personal abbauen zu müssen.

Marktkonsolidierung geht weiter

Bereits in der Krise hatten die Handelsunternehmen der AlixPartners Umfrage zufolge ihre Kosten stark gesenkt (79 Prozent), die Sortimente verschlankt (50 Prozent), Lager abgebaut (50 Prozent), Personal reduziert (54 Prozent) und die Anzahl der Filialen verkleinert (26 Prozent). 28 Prozent der befragten Handelsunternehmen gaben an, während der Krise eine Kapitalerhöhung durchgeführt zu haben.

"Die Verkaufsfläche im deutschen Einzelhandel ist weiter sehr groß. Der Konkurrenzdruck ist enorm. Die Marktkonsolidierung erreicht einen Höhepunkt. Unternehmen, die gut durch die Krise gekommen sind, können jetzt zusätzliche Marktanteile gewinnen", erklärt Detlev Schauwecker die Dynamik im deutschen Einzelhandel.

(Redaktion)


 


 

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