Bayerischer Einzelhandel
Wirtschaftskrise soll nicht beim Christkind ankommen
München. Trotz der Wirtschaftskrise blickt der bayerische Einzelhandel optimistisch auf das diesjährige Weihnachtsgeschäft.
"Wir sind guter Dinge, dass die Wirtschaftskrise nicht beim Christkind ankommt", sagte der Präsident des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Michael Krines, am Dienstag in München.
Krines geht davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft den bisher ausgebliebenen Umsatz ausgleichen wird: "Ich bin zuversichtlich, dass durch die Weihnachtseinkäufe das bislang umsatzschwache Jahr 2009 zumindest noch einen Glanzpunkt bekommen wird", betonte der Verbandspräsident. Für die Monate November und Dezember rechnet der Verband mit einem Gesamtumsatz von rund 13,2 Milliarden Euro. Davon sollen allein in München zwei Milliarden erwirtschaftet werden.
Von ganz entscheidender Bedeutung für ein gutes Weihnachtsgeschäft sei die Verbraucherstimmung, sagte Krines. Hierzu trügen das bei vielen Unternehmen anstehende Weihnachtsgeld sowie die relativ stabile Arbeitsmarktlage bei, sagte Krines und fügte hinzu: "Mit der Aussicht auf mehr Netto vom Brutto sitzt der Geldbeutel etwas lockerer."
Einen besonderen Trend erwartet Krines bei Geschenken "rund um das Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden". Dazu gehörten Wäsche, Möbel, Geschirr und Delikatessen. Aber auch die Dauerrenner wie Winterbekleidung, Wintersportartikel, Parfüm, Schmuck, Spielzeuge und Bücher sollten wieder stark gefragt sein. Mit Handys, Computern und Spielkonsolen erhofft sich der Einzelhandel auch im Bereich der Unterhaltungselektronik gute Umsätze.
In den ersten Monaten des Jahres verzeichnete der Einzelhandel im Freistaat nach Angaben des Landesamts für Statistik einen Verlust von 2,8 Prozent. Dabei verlief die Entwicklung je nach Sparte unterschiedlich: Während die Unterhaltungselektronik oder der Buchhandel Zuwächse erzielten, schrieben der Versand- und der Lebensmitteleinzelhandel rote Zahlen. Laut Krines ist der Einzelhandel trotz der Umsatzeinbußen "mit einem blauen Auge" davongekommen, denn der Umsatzrückgang liegt im Rahmen der üblichen Schwankungen der vergangenen Jahre.
Nach Angaben des Verbandes erlöst der bayerische Einzelhandel ein Fünftel des Gesamtjahresumsatzes in den Monaten November und Dezember. Bei einigen Branchen werde in dieser Zeit sogar bis zu 40 Prozent umgesetzt. Die vier Adventssamstage seien im vergangenen Jahr für die meisten Geschäfte die stärksten Umsatztage im Jahr gewesen. "Die Erfahrung zeigt, dass die Verbraucher gerade in Krisenzeiten beim Kauf von Weihnachtsgeschenken nicht knausern wollen", betonte Krines.
(Redaktion)
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