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Ein Sir am Flügel

Elton John startet Deutschlandtournee in München

Wer sich auf Partystimmung zu Elton Johns schmissigen Rythmen gefreut hat, wird am Dienstagabend in der Münchner Olympiahalle zunächst enttäuscht. Erst ab der ersten Hälfte des Konzerts springt der bei Evergreens wie "Sacrifice" und "Rocket Man" allmählich schwelende Funken auf die Besucher in der Halle über.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hinterlässt das Auftaktkonzert zur Deutschlandtournee des Briten, die ihn durch insgesamt sechs Städte führt, dann doch noch ein gutes Gefühl.

Sichtlich Spaß an neuen Liedern

Ausgerechnet die drei vergleichsweise neuen Lieder "Hey Ahab", "Gone to Shiloh" und vor allem die mitreißende Nummer "Monkey Suit" bringen den Umschwung. "Ach du Schande, jetzt ist die Stimmung dann endgültig im Keller", ätzte ein sichtlich enttäuschter Besucher zuvor noch, als der 64-jährige Brite "drei neue Lieder von unserem neuen Album", dessen Veröffentlichung nun auch schon wieder gut anderthalb Jahre zurückliegt, ankündigt.

Doch mit treibenden Rhythmen, kraftvoller Stimme, Elektrocelli und fröhlich groovenden Background-Sängerinnen knüpft der Sänger mühelos an seine großen Erfolge an. Bei "Gone to Shiloh" werden Erinnerungen an seine großen Balladen wach. Und vor allem scheint der erfolgsverwöhnte Brite - mit mehr als 570 Millionen verkauften Alben und 320 Millionen Singles zählt der Brite seit den frühen 70er Jahren Jahren zu den erfolgreichsten Popmusikern - von der Darbietung von "Sacrifice" und "Rocket Man" einmal abgesehen, endlich wieder richtig Spaß zu haben an dem, was er tut.

Bei "Sad Songs (Say So much)" verwandelt sich die Halle in eine Tanzfläche. Doch auch bei ruhigeren Nummern beweist Elton John, dass auch nur er allein am Flügel in der Lage ist, mit dem Klang seiner Musik die Olympiahalle zu füllen.

Der Flügel wird zum Dirigentenpult

Derart in Schwung gekommen, reißt der anfangs fast schüchtern wirkende Musiker sein Publikum zusehends mit und beweist schließlich doch noch seine anfangs so vermissten Entertainer-Qualitäten. Fast zu routiniert spult er zuvor über weite Strecken sein Programm ab. Technisch perfekt, vernuschelt er seine Texte zudem derart, dass sie kaum zu verstehen sind. Passenderweise versagt ausgerechnet bei der Zeile "What do I gotta do to be heard" (Was muss ich tun, um gehört zu werden) ein Verstärker. Das ist aber auch schon die einzige Panne, die dem routinierten Musiker und seiner Band widerfährt.

Am Ende ist er so in Fahrt, dass er sich auf den Flügel schwingt und dort sitzend die johlenden und klatschenden Fans dirigiert. "Na also, es geht doch", entfährt es einem Konzertgast. Und als Elton John nach bejubelten Liedern wie "Don't let the sun go down on me" und "Are you ready to love" seinen berühmten "Crocodile Rock"anstimmt, hält es endgültig kaum noch jemanden auf den Sitzen.

Viel Zeit für Autogrammwünsche der Fans

Nach zwei Stunden und 20 Minuten ist der offizielle Konzertteil vorbei. Anschließend revanchiert sich der während seines Auftritts mit Blumen beschenkte Musiker bei seinen Fans und erfüllt zahlreiche Autogrammwünsche. Eintrittskarten, eine kleine Pappschachtel und selbst ein knallroter Schuh werden dem Musiker mit der Bitte um eine Unterschrift auf die Bühne gereicht. Elton John kommt den Bitten lächelnd nach, bevor er seinen Stift in eine Ecke wirft und zwei Zugaben, darunter "Candle in the Wind", anstimmt. "Ich liebe es mehr als je zuvor, für euch zu spielen", lässt er seine Fans wissen. "Ihr macht mich so glücklich." Er wünsche allen Liebe, Glück, Gesundheit und Friede, ruft der Musiker abschließend. "Danke München, danke Deutschland!"

Nach exakt zweieinhalb Stunden ist die Reise durch sein Repertoire schließlich beendet. Elton John winkt ein letztes Mal ins Publikum, reckt die Fäuste in die Höhe und verschwindet schließlich hinter der Bühne. Nur seine vorn mit roten und pinkfarbenen Blumen und hinten mit einem glitzernden Totenkopf besetzte Frackjacke leuchtet noch kurz im Scheinwerferlicht, dann ist der von der Queen 1998 zum Ritter geschlagene Sir der Popmusik dahin.

Doch er kommt wieder: Nach München sind noch fünf Konzerte in Deutschland geplant: am 17. Juni in Leipzig, 18. Juni in Berlin, 19. Juni in Köln, 21. Juni in Hannover und schließlich noch am 22. Juni in Mannheim. Karten für die Konzerte sind jeweils noch zu haben.

(dapd/ Ursula Quass)


 


 

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