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Energiesparlampen

Kein Lichtblick

Das Testfazit ist enttäuschend: Nur 3 von 28 ge­prüften Energiesparlampen waren „gut“. Zwei Drittel sind nur „ausreichend“, sechs sogar „mangelhaft“.

Selbst große Marken, bisher Garanten für Qualität, haben schwache Produkte im Test. Hauptgrund: massive Probleme in den Dauerprüfungen, vor allem schnell nachlassende Leuchtkraft und geringe Schaltfestigkeit.

Im Test: klassische Energiesparlampen

Nachdem die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr energiesparende LED-Lampen und Halogenlampen getestet hat, waren diesmal wieder die Klassiker dran. Im Test: 28 Energiesparlampen mit „warmweißem“ Licht (zirka 2 700 Kelvin Farbtemperatur) und verschiedenen Helligkeiten, ausgedrückt als Lichtstrom von 100 bis 1 300 Lumen. Die Preise liegen zwischen 2 und 28 Euro. Der Markt ist stark in Bewegung. Viele Lampen der Testauswahl sind daher Auslaufmodelle, oder die Hersteller haben sie inzwischen verändert.
Lebensdauer zu kurz

Energiesparlampen verlieren technisch bedingt mit der Zeit an Helligkeit. Trotzdem bleibt ihr Stromverbrauch der gleiche – Energiesparlampen werden also mit der Zeit ineffizienter. Sobald eine Lampe im Test nur noch 80 Prozent ihrer Anfangshelligkeit aufwies, galt ihre Nutzlebensdauer als beendet. Bei fast jeder zweiten geprüften Lampe war das schon nach weniger als 3 000 Stunden der Fall. Manche kamen nicht einmal auf 1 000 Stunden. Das entspricht der Lebensdauer herkömmlicher Glühbirnen. Ein Großteil der Lampen fiel überdies bereits nach weniger als 6 000 Brennstunden ganz aus. Das ist weit entfernt von den deklarierten Angaben auf der Verpackung. Da versprechen die Hersteller oft 10 000 Stunden und mehr.

Große Unterschiede bei Schaltfestigkeit

Ein weiteres Problem war die Schaltfestigkeit. Viele Lampen überstanden keine 10 000 Schaltzyklen, manche waren schon nach 5 000 Mal An- und Ausschalten kaputt. In einem vielfrequentierten Treppenhaus etwa wären solche Lampen nach wenigen Monaten hinüber. Die besten Modelle erreichen dagegen mehr als 70 000 Zyklen. Außerdem brauchen einige Energiesparlampen lange, um ihre volle Helligkeit zu erreichen – ungünstig für Flurlicht oder Haustürleuchte. So braucht die Müller-Licht-Energiesparlampe 14965 fast vier Minuten, um 80 Prozent ihrer Leuchtkraft zu erreichen! Zum Vergleich: Die Toom Logo schafft das innerhalb von sieben Sekunden. Wer seine Lampe draußen einsetzen möchte, sollte zudem auf „gutes“ Temperaturverhalten achten – damit sie bei Minusgraden nicht schlapp macht.

Falsche Farben und Geruchsbelästigung

Viele „warmweiße“ Leuchtstofflampen verfälschen Farben, insbeson­dere Rottöne. Ein roter Teppich erscheint zum Beispiel etwas bräunlich. Wer eine möglichst natürliche Farbwiedergabe braucht, sollte zu „neutralweißen“ oder „tageslichtweißen“ Lampen mit Farbkennzahl 940 oder 965 greifen. Sie haben das Problem nicht. Immer wieder berichten Leser der Stiftung Warentest, dass ihre Energiesparlampen beim Leuchten stinken. Im Test waren die meisten Lampen unauffällig, nur vier rochen unangenehm. Anlass zur Sorge gab es bei der Osram Dulux EL Dimmable: Sie setzte beim Leuchten flüchtige organische Stoffe frei, die als gesundheitsgefährdend gelten. Die Konzentration war aber unbedenklich.

Primärenergiebedarf meist gering

Zum ersten Mal haben die Tester auch den Primärenergiebedarf jeder Lampe ermittelt. Das ist die Menge Energie, die aufgewandt werden muss, um die Lampe herzustellen, sie leuchten zu lassen und später zu entsorgen. Die Prüfingenieure setzten den ermittelten Wert in Relation zur erzeugten Lichtmenge in der Nutzlebensdauer. Herkömmliche Glühlampen wären nach diesem Maßstab „mangelhaft“. Die meisten getesteten Energiesparlampen schnitten dagegen mit „gut“oder „sehr gut“ ab. Nur zwei Reflektorlampen erreichten in diesem Prüfpunkt nur ein „Ausreichend“.

Quecksilber oft ein Problem

Energiesparlampen enthalten zudem giftiges Quecksilber. Sie müssen daher recycelt werden. Doch kaum jemand hält sich daran. Laut Deutscher Umwelthilfe landeten 2007 rund 90 Prozent der privat genutzten Lampen im Hausmüll. Oft zerbrechen sie bei dieser Entsorgung, sodass Quecksilber in die Umwelt gelangt. Je weniger Quecksilber eine Lampe daher in Bezug auf ihre abgegebene Lichtmenge enthält, desto besser. Das Ergebnis enttäuscht: Die Hälfte der getesteten Energiesparlampen war „mangelhaft“. Dass muss aber nicht so sein. Immerhin drei Lampen schafften in diesem Prüfpunkt sogar ein „Seht gut“.

Einkaufstipps

  • Auswahl. Energiesparlampen eignen sich für nahezu alle Zwecke im Haushalt. Achten Sie aber auf die Unterschiede hinsichtlich Brenndauer, Schaltzyklen und Dauer der Einschaltzeit. Die gewählte Sparlampe sollte optimal an die Nutzung angepasst sein. Beispiel: Modelle für Badezimmer, Flur oder Treppenhaus sollten eine hohe Zahl von Schaltzyklen ertragen können.
  • Gemütlich. Für Wohn- und Schlafräume eignen sich Lampen mit „warmweißer“ Lichtfarbe. Zu erkennen ist das auch an Bezeichnungen wie „warm white“, „ww“ oder den Farbkennzahlen 827 und 927 auf der Verpackung. Die erste Ziffer steht dabei für die Farbwiedergabestufe. Lampen mit einer 9 geben Farben besser wieder als die mit einer 8. Die 27 steht für die Farbtemperatur von 2 700 Kelvin. Das bedeutet warmes Licht. Je höher diese Zahl, desto weniger Rot- und mehr Blauanteil ist im Licht und desto kälter erscheint es.
  • Tageslicht. Tageslichtlampen erzeugen „neutralweißes“, „kaltweißes“ oder „tageslichtweißes“ Licht mit 6 000 oder 6 500 Kelvin. Zu erkennen an den Nummern 860, 865, 960 und 965 auf der Verpackung. Sie sind sinnvoll an Arbeitsplätzen, wo eine natürliche Farbwiedergabe wichtig ist. Wegen des Blauanteils macht Licht dieser Lampen aber auch wach – ebenfalls am Schreibtisch sinnvoll, nicht jedoch beim nächtlichen Gang auf die Toilette.
  • Häufiges Schalten. Einige Energiesparlampen reagieren empfindlich auf häufiges Ein- und Ausschalten – ungünstig im Bad oder im Treppenhaus. Keine Probleme beim häufigen Schalten zeigten zum Beispiel alle Lampen, die in den Dauerprüfungen „sehr gut“ waren.
  • Außenlicht. Bei Frost verlieren viele Energiesparlampen ihre Helligkeit. Megaman Dimmerable, Hornbach /Flair energy, Toom / Logo Energy Saving Lamps und die Reflektorlampe von Müller-Licht halten auch bei Minusgraden den Außeneinsatz „sehr gut“ durch.
  • Entsorgung. Energiesparlampen sind elektronische Geräte und gehören nicht in den Hausmüll. Sie enthalten zudem giftiges Quecksilber und müssen recycelt werden. Geben Sie die Lampe daher auf dem Recyclinghof oder beim Händler ab. Eine Sammelstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter www.lichtzeichen.de.
  • Kassenzettel. Manche Lampen geben unerwartet schnell den Geist auf. Bei teuren Lampen ist das ärgerlich. Mit dem Kassenzettel können Sie Lampen nach frühem Ausfall beim Händler umtauschen.

Stromspartipps

  • Umsteigen. Tauschen Sie herkömmliche Glühlampen gegen Energiesparlampen aus. Warten Sie nicht, bis die Glühlampen durchbrennen. Die Kosten für die Anschaffung der Energiesparlampen amortisieren sich schon nach einem Jahr durch den geringeren Stromverbrauch. Und die Umwelt schonen Sie außerdem.
  • Dimmen. Nutzen Sie die Möglichkeit, Lampen zu dimmen. Dadurch reduziert sich der Stromverbrauch. Dimmen ist größtenteils auch mit modernen Energiesparlampen möglich. Die Lichtstärke von Energiesparlampen lässt sich aber nur drosseln, wenn die Lampen den Hinweis „dimmable“ tragen. Achten Sie beim Kauf darauf. Erforderlich ist ein Phasenan­schnitts­- ­oder ein Phasenabschnittsdimmer. Lampen mit der Bezeichnung „DorS“, kurz für „Dimming or Switching“, können Sie auch mit einem normalen Glühlampen-Drehdimmer oder mit einem einfachen Lichtschalter steuern. Durch mehrmaliges Betätigen regeln Sie die Helligkeit in Stufen herunter.
  • Einschaltzeiten. Es gibt Energiesparlampen, die nur kurze Zeit benötigen bis sie die volle Leuchtkraft entfaltet haben. Benutzer neigen dann dazu, die Lampe seltener auszuschalten oder sie komplett anzulassen. Versuchen Sie das möglichst zu vermeiden.
  • Ausschalten. Lassen Sie Lampen in Zimmern und Räumen nicht unnötig lange brennen. Energiesparlampen sorgen zwar für ein gutes Gewissen. Brennen sie unnütz, belasten das aber trotzdem die Umwelt - und Ihren Geldbeutel.

(Stiftung Warentest)


 


 

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