Musik
Entwicklung von Musik und Musikinstrumenten
München. Die Musik, (der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort musica ab) begleitet den Menschen schon seit Beginn der Steinzeit.
Die ältesten Musikinstrumente sind 35.000 Jahre alte Knochenflöten, die in der Region um die Schwäbische Alb gefunden wurden.
Doch nach Ansicht von Anthropologen und Evolutionsforschern ist die Musik schon weit früher entstanden. Die Veränderungen in der Anatomie, die für den Gesang notwendig sind, haben sich vor ca. zwei Millionen Jahren herausgebildet. Der aufrechte Gang setzte bei einem unserer Vorfahren – dem sogenannten Homo ergaster ein, wodurch der Kehlkopf sank. Durch die damit verbundene Nahrungsumstellung (mehr Fleisch) bildete sich der Kauapparat zurück, wodurch wiederum die Mundhöhle größer wurde und ein größeres Spektrum an Lauten ermöglichte.
Wozu die Musik anfangs dienen sollte, ist umstritten, einige Forscher gehen davon aus, dass die Musik lediglich eine Kommunikationsform war, andere sind der Meinung, dass die musikalischen Fähigkeiten sich vor allem durch sexuelle Selektion herausgebildet haben. Nach neuesten Erkenntnissen haben wohl beide Erklärungen in Verbindung miteinander ihre Richtigkeit. In der Jungsteinzeit wurden Musikinstrumente erstmals aus Ton gefertigt, so zum Beispiel Rasseln, die Tieren oder Menschen ähnelten. Im arabischen Raum wurden in der Jungsteinzeit erstmals Trommeln aus Tierhäuten entwickelt.
Funde aus der Bronzezeit belegen, dass damals auch zum ersten Mal Instrumente aus Metall gefertigt wurden, so zum Beispiel Klangplatten oder Klapperbleche. In den ersten Hochkulturen und den mit ihnen einhergehenden technischen Verbesserungen wurden qualitativ hochwertigere Instrumente entwickelt. Auch die Musik veränderte sich, sie war nicht mehr länger nur Teil kultischer Rituale, sondern wurde auch als Unterhaltungsmedium oder Freizeitbeschäftigung angesehen.
So wurden bei den Mesopotamiern das mehrseitige Chordophon, die Leier und auch die Harfe erfunden. Bei den Sumerern war die Musik wichtiger Teil bei kultischen Handlungen. Priester und Priesterinnen sangen bei ihren Ritualen religiöse Lieder, die teilweise instrumental begleitet wurden, aber nie ausschließlich instrumental waren. In der Antike wurde die Musik in Verbindung mit Tanz und Sprache als eine Einheit gesehen, auch gab es kein eigenes Wort für Musik.
Als Besonderheit mittelalterlicher Instrumente ist der Dudelsack zu nennen. Laut der Meinung einiger Wissenschaftler, hat sich der Dudelsack aus der Sackpfeife entwickelt hat, die erstmals um das Jahr 1000 n. Chr. auf der Balkanhalbinsel nachweisbar ist. Besondere Bedeutung erlangte der Dudelsack bei den Schotten, noch heute gilt er als schottisches Nationalinstrument und ist Bestandteil britischer Militärmusikkapellen.
Durch die Erfindung mechanischer Spieluhren, beispielsweise der Flötenuhr (im 18. Jahrhundert in Deutschland entwickelt) wurden erstmals selbständig spielende Instrumente beziehungsweise Wiedergabegeräte entwickelt. Bedeutende Komponisten wie Mozart, Beethoven, Händel oder Haydn erschufen Kompositionen für die Flötenuhr.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in der Schweiz die Spieluhr erfunden, die aufgrund ihrer Beliebtheit in die ganze Welt expordiert wurde. 1904 schließlich wurde ein Verfahren entwickelt, das die Aufzeichnung von Originalklavierspielen berühmter Musiker auf eine Papierrolle ermöglichte. Das von der Firma Welte und Söhne entwickelte Klavier ermöglichte die Wiedergabe der zuvor aufgezeichneten Stücke.
Im 20. Jahrhundert schließlich wurden die E-Gitarre (in den 1920ern) und das Keyboard (in den 1980ern) erfunden. Als Besonderheiten der Musik des 20. Jahrhunderts ist neben der Entstehung des Rock ´n´ Roll in den 1960ern, das Aufkommen des Hip Hop in den 80ern und die große Technowelle der 1990er mit dem gleichzeitigen Erfolgszug der DJs, wie beispielsweise München DJ Towers, unter denen sich das amüsierwillige Volk zu hunderten die Nächte um die Ohren getanzt hat.
(Redaktion)
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