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Änderungen 2010

Steuern, Erbschaften, Kindergeld - Was sich für Verbraucher ändern wird

Gleich zu Beginn und im Laufe des neuen Jahres müssen sich Verbraucher wieder auf zahlreiche Änderungen einstellen. Hier erhalten Sie nützliche Tipps zu Steuern, Erbschaften und Kindergeld im nächsten Jahr.

Steuerentlastungen

Ab 2010 bleibt mehr vom Einkommen steuerfrei. Grund: Der Grundfreibetrag steigt auf 8.004 (bisher 7.834) Euro im Jahr für Ledige und 16.009 (bisher 15.669) Euro für Ehepaare. Da gleichzeitig auch der Grenzbetrag der eigenen Einkünfte und Bezüge von volljährigen Kindern auf ebenfalls 8.004 Euro angehoben wird, verlieren Eltern mit erwachsenen Kindern außerdem nicht mehr so schnell das Kindergeld , wenn Kinder über eigene Einkünfte und Bezüge verfügen. Durch den erhöhten Grundfreibetrag müssen weniger Rentner eine Steuerklärung abgeben. Weitere Neuerungen: Auch Menschen, die an Angehörige oder Lebensgefährten Unterhalt zahlen, können mehr absetzen. Unterstützungszahlungen können jetzt ebenfalls bis zu maximal 8.004 Euro jährlich für jede unterstützte Person abgesetzt werden. Zusätzlich zu diesem Höchstbetrag kann die zahlende Person die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abziehen, die sie für die unterstützte Person übernimmt.

Steuerklassen

Die Entlastung durch den neuen Steuertarif und die verbesserte Abzugsmöglichkeit für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge spüren Arbeitnehmer ab ihrer ersten Lohnabrechnung im nächsten Jahr. Arbeiten beide Ehepartner – der eine in Steuerklasse III, der andere in Steuerklasse V – fällt die Entlastung in der Steuerklasse V besonders hoch aus. Grund: Ab 2010 wird bei jedem Arbeitnehmer, auch wenn er Steuerklasse V hat, eine eigene – gegenüber 2009 erhöhte – Vorsorgepauschale berücksichtigt. Bisher wird dagegen bei der Steuerklassenkombination III/V nur bei dem Ehegatten, der Steuerklasse III hat, eine gemeinsame Vorsorgepauschale für beide Ehegatten berücksichtigt.

Sozialversicherungsbeiträge

Gut- und Besserverdienende müssen jedoch ab Januar – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bundesrat – höhere Sozialabgaben zahlen. Die Grenzen für die Versicherungspflicht und die Beitragsbemessung in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- sowie Renten- und Arbeitslosenversicherung wurden turnusgemäß entsprechend der Einkommensentwicklung angepasst. Konkret wird die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung um jeweils 100 Euro auf monatlich 5.500 Euro pro Monat (Westdeutschland) und 4.650 Euro (Ostdeutschland) erhöht. Die Messlatte, bis zu welcher Einkommenshöhe Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt werden müssen, steigt einheitlich für alte und neue Bundesländer um 75 Euro auf 3.750 Euro. Monatliches Einkommen, das darüber hinausgeht, wird nicht mehr mit Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen belastet. Unterm Strich macht die Anhebung für einen Beschäftigten mit Kindern, der im Monat 5.500 Euro brutto verdient, monatlich rund 18 Euro mehr aus. Gutverdienende Beschäftigte ohne Kinder müssen wegen des Zuschlags für Kinderlose in der Pflegeversicherung einen etwas höheren Beitrag leisten.

Kindergeld und -freibetrag

Um an erster Stelle Familien finanziell zu entlasten, will die neue Bundesregierung als eine ihrer ersten Maßnahmen das Kindergeld und den Kinderfreibetrag ab Januar erhöhen. Vorgesehen ist, das Kindergeld um 20 Euro Euro pro Kind und Monat anzuheben. Derzeit bekommen Eltern je nach Anzahl der Kinder zwischen 164 Euro und 195 Euro Kindergeld. Der Kinderfreibetrag soll von derzeit 6.024 Euro auf 7.008 Euro klettern. Auf dieser Grundlage hat ein alleinerziehender Haushalt mit 20.000 Euro brutto Jahreseinkommen und einem Kind 20 Euro, das doppelverdienende Paar mit einem Kind und 100.000 Euro Gesamtbruttoeinkommen 31 Euro mehr im Monat. Die Familie mit zwei Kindern, in der ein Verdiener 30.000 Euro brutto nach Hause bringt, hat 40 Euro mehr im Monat zur Verfügung. Bei gleicher Familienkonstellation, aber doppeltem Verdienst (60.000 Euro brutto), sind es 42 Euro mehr.

Erbschaften

Ab 1. Januar wird auch der letzte Wille von Verstorbenen bei Schenkungen, Entzug und Auszahlungsaufschub des Pflichtteils sowie bei Erbschaftsansprüchen von Berufstätigen, die einen Angehörigen nebenher gepflegt haben, neu geregelt. So kann ein Erblasser künftig testamentarisch verfügen, dass ein Angehöriger oder naher Verwandter aufgrund einer Straftat und einer Verurteilung zu einem Jahr Haft ohne Bewährung vom Erbe ausgeschlossen wird und den bisher gültigen Pflichtanteil nicht erhält. Die Stundung bei Auszahlung des Pflichtteils wird zudem für alle Erben erweitert. Wer etwa nicht in der Lage ist, Miterben von Immobilien oder Unternehmen sofort auszuzahlen, kann auf eine moderatere Stundungsregelung pochen. Auf dieses Weise soll der Zwangsverkauf von Immobilien oder Unternehmen bzw. eine große Schuldenaufnahme wegen der Auszahlung des Pflichtteils weitgehend vermieden werden. Ab nächstem Jahr werden Schenkungen zudem nicht mehr in voller Höhe in die Berechnung des Pflichtteils mit einbezogen. Dann gilt: Je länger die Schenkung zurückliegt, desto weniger wird sie bei der Berechnung berücksichtigt und umso weniger muss der Beschenkte zahlen. Auch die Pflege von nahen Angehörigen wird im Erbrecht besser berücksichtigt. Kinder oder Enkel, die ihre Eltern beziehungsweise Großeltern pflegen, können künftig einen höheren Erbteil erhalten. Dabei ist unerheblich, ob sie berufstätig sind oder nicht. Bislang mussten sie ihre Beschäftigung aufgeben und sich voll um die Pflege des Angehörigen kümmern.

(Redaktion)


 


 

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