Ohrgeräusch
Erkrankte Blutgefäße können Tinnitus helfen
München. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden über einen längeren Zeitraum an einem Tinnitus. Tritt das quälende Ohrgeräusch zusammen mit dem Herzschlag als sogenannter pulssynchroner Tinnitus auf, können Erkrankungen der Blutgefäße als Ursache in Betracht kommen.

Oft kann der Arzt das Geräusch im Ohr hören, wenn er sein Stethoskop am Hals oder hinter dem Ohr auflegt.
Der pulssynchrone Tinnitus entsteht nicht im Ohr selbst. „Es handelt sich um ein fortgeleitetes Geräusch aus den Blutgefäßen”, berichtet Neurologe Professor Dr. med. Erich Hofmann. „Das Geräusch ist echt. Oft kann es auch der Arzt hören, wenn er sein Stethoskop am Hals oder hinter dem Ohr auflegt”, so Hofmann.
Die Ursachen für pulssynchronen Tinnitus können vielfältiger Natur sein. So liegt dem Tinnitus bei einigen Patienten zum Beispiel eine Arteriosklerose, eine Verkalkung der Gefäße, zugrunde. Das Geräusch entsteht dann durch eine Engstelle in der Halsschlagader. Bei anderen Patienten verursacht eine krankhafte Verbindung zwischen der Halsschlagader und der daneben verlaufenden Vene den Tinnitus. Auch bestimmte Tumoren können einen pulssynchronen Tinnitus auslösen.
Nicht allen Betroffenen kann geholfen werden: Manchmal entsteht ein pulssynchroner Tinnitus auch, weil die Halsschlagader von Geburt an durch das Mittelohr verläuft. Auch andere anatomische Abweichungen an Venen und Blutleitern können ein solches Ohrgeräusch verursachen.
Welche Ursachen der pulssynchrone Tinnitus hat und wie sich diese therapieren lassen, diskutieren Fachärzte und Wissenschaftler im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie 2010 in Köln.
(Redaktion)
Tags:- Tinnitus
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