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Textilhandel

Etikettenschwindel im Textilhandel beenden

Eine gesetzliche Informationspflicht von Unternehmen zu den Umwelt- und Sozialstandards ihrer Produkte fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Viele Firmen im Textilhandel versprechen ihren Kunden mehr Umwelt- und Sozialverantwortung als sie einhalten. Das zeigt eine heute von der Stiftung Warentest veröffentlichte Untersuchung. "Die Politik muss dafür sorgen, dass dieser Etikettenschwindel ein Ende hat", fordert Vorstand Gerd Billen. Dafür sei ein entsprechender Auskunftsanspruch im Verbraucherinformationsgesetz (VIG) zu verankern. Darüber hinaus fordert der vzbv verbindliche Umwelt- und Sozialstandards für Baumwolle, die regelmäßig von unabhängiger Seite kontrolliert werden.

Untersuchung der Stiftung Warentest

In der Untersuchung der Stiftung Warentest hatten besonders enttäuschend Hersteller von T-Shirts aus Bio-Baumwolle abgeschnitten. Sie konnten nicht nachweisen, ob die Baumwolle tatsächlich biologisch hergestellt wurde. "Wer Bio auf ein Produkt schreibt, muss auch in der Lage sein, die Herkunft und Qualität nachzuweisen. Im Lebensmittelhandel wäre es den Unternehmen längst untersagt, ihre Ware weiter als biologisch auszuloben", kritisiert Billen.

Verweigerungshaltung von Unternehmen

Als völlig inakzeptabel kritisiert der vzbv das Verhalten einiger Textilketten, die jegliche Auskunft gegenüber der Stiftung Warentest verweigerten. "Wer bei seinen Kunden mit Umwelt- und Sozialfreundlichkeit punkten will, der muss sich auch von unabhängigen Testern in die Karten gucken lassen", so Billen. Als Reaktion auf die Verweigerungshaltung der Unternehmen fordert der vzbv, einen gesetzlichen Informationsanspruch zu Umwelt- und Sozialstandards von Produkten im Verbraucherinformationsgesetz zu verankern. Kunden, Verbraucherorganisationen und Journalisten hätten dann die Möglichkeit zu erfahren, wie es um die Herstellungsbedingungen tatsächlich bestellt ist.

Die Testergebnisse offenbaren nach Auffassung des vzbv allerdings nicht nur Schwächen der Anbieter. "Die ‚Geiz-ist-geil‘-Mentalität vieler Verbraucher trägt mit dazu bei, dass die Textilarbeiter in Asien oder Osteuropa unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. ‚Hauptsache billig‘ hat eben auch seinen Preis, nur das den andere Menschen zahlen", so Billen.

(VZBV)


 


 

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