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Morddrohungen

Ex-Chef von Siemens Griechenland wird bedroht

Der ehemalige Chef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, wird offenbar bedroht. Bei den Anwälten des Ex-Managers, der in München wegen seiner Verwicklung in den Schmiergeldskandal bei Siemens in Auslieferungshaft sitzt, seien anonyme E-Mails eingegangen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag- und Onlineausgabe). Darin werden Anschläge auf ihn angekündigt, sobald er nach Griechenland zurückkehre.

Die Christoforakos-Anwälte Stefan Kursawe und Daniel Peter nehmen die Drohungen ernst und wollen seine Auslieferung verhindern. Sie befürchten, ihr Mandant werde in Athen selbst im Gefängnis nicht sicher sein.

Darüber hinaus erhebt die Staatsanwaltschaft in Athen in einem neuen Haftbefehl weitere Vorwürfe. Christoforakos soll sich mit falschen Angaben einen Großauftrag für ein Sicherheitssystem für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen erschwindelt und so den dortigen Staat um knapp 255 Millionen Euro betrogen haben, berichtet die Tageszeitung. Die Athener Staatsanwaltschaft behauptet, das Sicherheitssystem sei bis heute nicht vollständig übergeben worden. Verteidiger Kursawe weist den Vorwurf als "frei erfunden" zurück.
Siemens äußert sich dazu nicht.

Christoforakos hatte Siemens Griechenland von 1996 bis 2007 geleitet. Er wird von den griechischen Behörden bisher beschuldigt, Mitarbeiter der griechischen Telefongesellschaft OTE bestochen zu haben, um Aufträge zu erlangen. Aufgrund des Verdachts der Korruption und Geldwäsche hat die griechische Justiz seine Auslieferung nach Griechenland beantragt.

Christoforakos hat aber bei der Münchner Staatsanwaltschaft, die ebenfalls gegen ihn ermittelt, Zahlungen an die beiden großen Parteien in Griechenland zugegeben. Aus den Ermittlungsakten in Athen ergibt sich außerdem, dass sich Christoforakos um Zuwendungen an Politiker gekümmert haben soll. Diesen Spuren, die bis in höchste Kreise führen, geht die Staatsanwaltschaft in Athen laut SZ offenbar nicht nach.

(Redaktion)


 


 

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